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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2012 um 21:58 UhrKommentare

Köfer: "Stronach ist väterlicher Freund"

Der Milliardär Frank Stronach angelt sich für seine neue gegründete Partei den in Kärnten bekannten SPÖ-Politiker Gerhard Köfer. "Energetiker" Köfer kommt mit seinem Parteiaustritt einem Ausschluss zuvor.

Seit Dienstag, 15.48 Uhr, kein SPÖ-Politiker mehr, Spittaler Bürgermeister und Nationalratsabgeordneter bleibt er: Gerhard Köfer

Foto © WeichselbraunSeit Dienstag, 15.48 Uhr, kein SPÖ-Politiker mehr, Spittaler Bürgermeister und Nationalratsabgeordneter bleibt er: Gerhard Köfer

Eine 30-jährige Parteizugehörigkeit werfe man nicht über Bord, er bleibe der SPÖ treu. Das sagte der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer am Montag zur Kleinen Zeitung. Erst Stunden später habe er sich mit Frank Stronach geeinigt. Seit Dienstag ist Köfer jedenfalls fix bei Stronachs neu gegründeter Partei und Ex-SPÖ-Politiker.

Den Milliardär, der mit seiner Bewegung für den Nationalrat kandidieren will, nennt Köfer seinen "väterlichen Freund". Kennengelernt haben sie sich über Köfers Tätigkeit als Energetiker; er hat Stronachs Pferde behandelt. An Stronachs politischen Plänen faszinieren Köfer "die neuen Werte Wahrheit, Fairness und Transparenz".

Für ihn sei es eine "spannende Herausforderung, beim Aufbau einer neuen Gruppierung mit interessanten Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Gruppen, dabei zu sein", sagte Köfer zur Kleinen Zeitung. Man könne "abseits parteipolitischer Zwänge Politik im Interesse der Bürger machen".

Spittaler Bürgermeister bleibt Köfer; er kündigt jetzt schon an, wieder kandidieren zu wollen. Auch sein Nationalratsmandat behält er. Köfer will es "auslaufen lassen", er bleibt als "wilder Abgeordneter" im Parlament. Denn aus dem sozialdemokratischen Nationalratsklub ist Köfer Dienstag Punkt 15.48 Uhr ausgetreten, zeitgleich erfolgte sein Austritt aus der SPÖ.

Der Kärntner SPÖ-Chef Peter Kaiser hatte Köfer vor die Wahl gestellt: Entweder geht er freiwillig oder er wird aus der Partei ausgeschlossen. "Ich bin für Klarheit, in der SPÖ ist kein Platz für jemand, der mit einer anderen Partei kokettiert", sagte Kaiser. Persönlich bedauerte er den Abgang. Er führte ihn auf eine Statutenänderung zurück: Danach ist ein überregionales Amt mit dem Bürgermeister-Amt einer Stadt unvereinbar. Köfer hätte bei der nächsten Nationalratswahl für die SPÖ nicht mehr kandidieren können.

Die Landes-SPÖ will in Spittal mit einem jungen Team sofort den Neuaufbau beginnen. Ob und wie viele Mandatare der SPÖ-Fraktion Köfer zu Stronach folgen, ist noch nicht bekannt.


Zitiert

Bürgermeister Gerhard Köfer: "Frank Stronach ist eine unglaublich beeindruckende Persönlichkeit. Auch seine neuen Werte, die ich unbedingt vertreten will, sind für mich maßgeblich, in seiner Bewegung mitzuwirken: Wahrheit, Fairness und Transparenz."

Gerhard Köfer: "Es ist in Wahrheit eine historische Chance, auch für mich, dass man da dabei sein kann. Das ist verbunden mit dem persönlichen Ehrgeiz, etwas Neues auf die Beine zu stellen."

Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser: "Ich bedauere diesen Schritt, bin aber für Klarheit: In der SPÖ ist kein Platz für jemand, der mit einer anderen Partei kokettiert."

Peter Kaiser: "Als Bürgermeister ist Köfer direkt gewählt. Aber ich würde ihm anraten, das Nationalratsmandat der SPÖ zur Verfügung zu stellen."

Kommentar

Adolf WinklerNeue Kandidaten von Adolf Winkler

Zur Person

Gerhard Köfer feierte am 26. März 15-Jahr-Jubiläum als Spittaler Bürgermeister.

Familie: Er ist "wieder ledig" und Vater einer Tochter (23 Jahre) und eines Sohnes (zehn).

Beruf: Gelernter Bankkaufmann, später Gendarmeriebeamter, quittierte 1989 den Dienst.

Politik: War für die SPÖ im Landtag und ist jetzt im Nationalrat.

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