Bezirks- und Gemeindesuche
Millionen-Debakel in Bella Italia
Rund zwei Millionen Euro hat die Kärnten Werbung von 2005 bis 2007 in Italien "investiert". Erfolge gibt's wenige, dafür neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Foto © KK/PrivatIn diesem Haus in Mailand war 2006 die Italien-Zentrale der Kärnten Werbung
Undurchsichtige Verträge, ein Polizeipräsident, der nie einer war, als Berater, ein angemietetes Büro in Mailand als Infocenter, ein italienisches Fußball-Nationalteam auf das man in Kärnten vergeblich gewartet hat und das alles um rund zwei Millionen Euro Steuergeld. Das sind einige Bestandteile des ItalienAbenteuers der Kärnten Werbung (KW) von 2005 bis 2007.
Schon damals gab es viele offene Fragen um diese Werbeoffensive. Aber weder ein Untersuchungsausschuss des Landtages noch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt brachten Licht ins Dunkel. Das könnte sich jetzt aber ändern: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat angekündigt, den im September 2008 zu den Akten gelegten Fall erneut zu prüfen.
Feier an Uni
Begonnen hat das Desaster vermutlich im Februar 2004: Landeshauptmann Jörg Haider erhielt den Ehren-Doktortitel einer privaten Mailänder Uni. Dort soll Haider auch Giorgio Garofalo kennengelernt haben. Das hat Werner Bilgram, Ex-Chef der Kärnten Werbung, behauptet. Etwa ein Jahr später tauchte Garofalo - Bilgram bezeichnete ihn als ehemaligen Polizeipräsidenten von Neapel - als gut bezahlter Berater der KW auf. Garofalo war jedoch weder Polizeipräsident noch der Werbe-Guru als den ihn die KW der Öffentlichkeit verkauft hat.
Was Garofalo (er ist im Mai 2011 verstorben) sehr wohl konnte, war überzeugen: So erhielt Garofalo für die Errichtung und Leitung eines Büros in Mailand etwa 380.000 Euro. Eine von Garofalos zahlreichen Firmen kassierte im Jahr 2006 rund 67.000 Euro, dafür dass sie der KW Mitarbeiter für dieses Büro überließ. Zudem hat die KW über Vermittlung Garofalos einen Vertrag mit einer weiteren Firma abgeschlossen. Die bekam 400.000 Euro pro Jahr, um Kärnten in Italien zu bewerben und das italienische Fußball-Nationalteam vor der Euro 2008 zu einem Trainingslager nach Kärnten zu holen. Die Squadra Azzurra kam tatsächlich nach Österreich, allerdings nach Baden bei Wien für 300.000 Euro.
Schadenersatz
Im Februar 2007 endete die Zusammenarbeit mit dem von Bilgram als "absoluten Top-Mann" bezeichneten Garofalo. Offizielle Begründung: Fan-Krawalle in Sizilien. Wohl nur ein Vorwand. In Wahrheit dürfte der öffentliche Druck aufgrund dieser Geschäfte zu groß geworden sein. Als die zugesagten Zahlungen ausblieben, klagte Garofalo im April 2008 die Kärnten Werbung. Man einigte sich auf einen Vergleich. Garofalo erhielt 60.000 Euro.
















