Bezirks- und Gemeindesuche
Zickzack durch die Rettungsgasse
Alle außer einer Hilfsorganisation wollen die Rettungsgasse erhalten. Doch sie fordern Verbesserungen. Die Undiszipliniertheit vieler Autofahrer wird angeprangert.

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Rettungsgassen in Staus sollen Helfern schnellen Zugang zu Unfallort und -opfern ermöglichen. Doch vorerst haben sich dort mehrere Hilfsorganisationen festgefahren.
Der Streit begann damit, dass der - nur regional vertretene - Österreichische Rettungsdienst (ÖRD) die Abschaffung der Rettungsgassen forderte, weil sie "niemals funktionieren" und ohnehin mehr Schaden als Nutzen bringen würden.
Die Protestwelle war beeindruckend! Die übrigen Blaulichtorganisationen sprangen - bundesweit und in Kärnten - für die Rettungsgasse in die Bresche. Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Asfinag - sie alle halten an der Rettungsgasse fest. Zugleich aber räumen sie ein, dass sie wesentlich besser funktionieren könnte. Kärntens Feuerwehrreferent Kurt Scheuch hält fest, dass Autofahrer oft nicht wüssten, ob sie in einem normalen Stau oder vor einem Unfall stehen würden: "Die Asfinag muss die Lenker besser informieren."
Klagenfurts Berufsfeuerwehrchef Gottfried Strieder prangert die "Undiszipliniertheit" von Autofahrern an, "die ungeduldig durch die Rettungsgasse fahren. Das muss bestraft werden." Er halte jedenfalls nichts davon, ein solches Projekt so kurz nach seiner Einführung abzuschaffen.
Rotkreuz-Sprecherin Melanie Reiter weiß, dass die Rettungsgasse "schon Leben gerettet hat. Es gibt ja auch keine Alternative." Wie früher den Pannenstreifen zu verwenden, gehe nicht. "Erstens ist der nicht überall vorhanden. Und zweitens war der auch öfter verstopft."
Verkehrspolizeichef Adolf Winkler weiß, "dass die Rettungsgasse funktioniert, wenn die Ersten, die auf ein Hindernis treffen, damit anfangen. Dann machen die Nachfolgenden mit." Rettungsgassen-Sünder anzuzeigen, sei schwierig: "Es geht um Unfälle, da haben Polizisten andere Aufgaben." Winkler auf die Frage, ob es früher besser war: "Schlechter war's nicht! Aber wir wollen auf das Gute im Menschen hoffen", sagt er - und lacht.


















