Bezirks- und Gemeindesuche
Verrücktes Wetter erfreut die Pilze-Fans
Die Regen- und Hitzephasen der vergangenen Wochen bescheren Kärnten und Osttirol eine außergewöhnliche Schwammerlsaison. Doch wer zu eifrig sammelt, muss zahlen.

Foto © Leserreporter Herbert PötzStolze 1,84 Kilogramm bringt dieser riesige Steinpilz auf die Waage, den Maxi auf der Koralm gefunden hat. Da konnte es sich die ganze Familie schmecken lassen
Zumindest jene Kärntner, die sich in den Wäldern gerne auf Schwammerlsuche begeben, können den eigenwilligen Wetterverhältnissen der vergangenen Wochen etwas Positives abgewinnen. Durch den raschen Wechsel zwischen Hitze und Niederschlägen herrschen für die Pilze ideale Bedingungen; sie sprießen heuer wie lange nicht mehr.
"Dabei hatte es noch im Frühjahr nach einer ganz schwachen Schwammerlsaison ausgesehen", sagt Herbert Pötz, Pilzexperte des naturwissenschaftlichen Vereins in Klagenfurt. Über Monate hatte es nicht geregnet und Trockenheit ist für die Pilze der größte Feind. Aber die Rekordregenmengen in Kombination mit der Hitze haben ein ideales Team gebildet.
Ob Eierschwammerl, Steinpilz, Täubling oder Parasol - zurzeit wachsen sie in Mengen. Übereifrige Sammler sollten aufpassen: Laut Gesetz darf jede Person pro Tag nicht mehr als zwei Kilogramm Schwammerln klauben. Hält man sich nicht daran, können die Strafen ebenso saftig ausfallen wie die Pilze. "Die Verwaltungsstrafen können bis zu 7260 Euro betragen", sagt Johann Schabus, Leiter der "Soko Schwammerl" der Bergwacht (siehe Interview).
Alles wächst gleichzeitig
Ein Terminplan für das Sammeln bestimmter Schwammerlsorten ist übrigens in den meisten Fällen überflüssig. "Die Eierschwammerln haben jetzt Saison. Allerdings sind die Herrenpilze heuer schon sehr früh dran", sagt Pötz. Der das auf kleinräumige Klimaphänomene zurückführt. "Im Gurktal ist das Wetter anders als im Gailtal."
Wovon Experten abraten, ist das Pflücken entlang von stark befahrenen Straßen - oder sogar an Äckern. Schwammerln nehmen Schwermetalle aus Abgasen oder Düngemitteln schnell auf und das kann zu Vergiftungen führen - ohne dass der Pilz an sich giftig ist. Der Maronenröhrling sei laut Pötz da besonders prädestiniert.


















