Bezirks- und Gemeindesuche
Polizei deckte zwei Schlepperbanden auf
26 Verdächtige wurden ausgeforscht. Sie sollen mehr als 150 Menschen geschmuggelt haben. Gebürtiger Pakistani zog von Klagenfurt aus die Fäden. Flüchtlinge bezahlten bis zu 10.000 Euro.

Foto © APA/PolizeiFür die Reise werden die Flüchtlinge in Kastenwagen zusammengepfercht. Werden sie von der Polizei entdeckt, wie hier im August 2011 in Wien, ist der Traum vom besseren Leben geplatzt
In Österreich kommt man als Illegaler leicht über die Grenze, es ist leicht ins soziale System eingefügt zu werden und es ist hier leicht zu gefälschten Dokumenten zu kommen", gab der 46-jährige Familienvater aus Pakistan nach seiner Verhaftung gegenüber Polizeibeamten zu Protokoll. Deshalb floriert hierzulande auch das Geschäft mit der Hoffnung von Menschen auf ein besseres Leben.
Beamten der Gruppe Menschenhandel im Landeskriminalamt ist es jetzt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt gelungen, das von Kärnten aus gesteuerte, lukrative Geschäft zweier großer Schlepperorganisationen zu sprengen. Insgesamt wurden 26 Personen, elf Inder und 15 Pakistani ausgeforscht. Sie haben seit Anfang 2011 mehr als 150 Menschen illegal eingeschleust. Die Dunkelziffer dürfte laut Ermittler weit höher sein. Für ihre Dienste verlangten die Schlepper von jedem Flüchtling bis zu 10.000 Euro!
Der pakistanische Familienvater ist mit einer Kärntnerin verheiratet, lebt in Klagenfurt-St. Ruprecht und ist der Kopf der pakistanischen Bande. "Der Mann war für schleppungswillige Menschen aus Pakistan die Ansprechperson in Österreich", sagt ein Ermittler. Er organisiert die Reise und bedient sich dafür bei Schlepperorganisationen in Griechenland, Spanien oder Italien. Er organisiert auch gefälschte Dokumente. Kommen seine Flüchtlinge im Zielland an, werden sie von ihm persönlich betreut. "Er besorgt ihnen Essen, eine Wohnung, einfach alles", sagt ein Ermittler. Jetzt sitzt er in U-Haft. Mehrere Komplizen wurden auf freiem Fuß angezeigt. Die Ermittlungen ergaben, dass auch pakistanische Polizisten und Beamte des Außenamtes in Pakistan in die illegalen Geschäfte verwickelt sind.
Aber nicht nur pakistanische Schlepper agierten von Kärnten aus. Ein in Klagenfurt lebender Inder (27), er ist selbstständiger Werbemittelverteiler, organisierte Schleppungen von Indern. Die Menschen wurden dann als illegale Prospektverteiler beschäftigt. Für eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden (sechs Mal die Woche) erhielten sie dann pro Monat 300 Euro Lohn. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.


















