Bezirks- und Gemeindesuche
Im Urlaub: Baby von Tante überfahren
Ein Familienurlaub endete Mittwoch tragisch. Eine Wienerin parkte ihr Auto auf einem Campingplatz in Keutschach ein. Ihr zehn Monate alter Neffe krabbelte vor den fahrenden Pkw.

Foto © Sobe
Vor dem Zelt steht ein Babyhochstuhl. Doch er wird leer bleiben. Denn Dominik, der zehn Monate alte Bub, der hier eben noch spielte, wurde Opfer eines schrecklichen Unfalls.
Mittwoch, kurz vor 9.30 parkte die Tante (33) des Kindes ihr Auto auf einem Campingplatz am Rauschelesee ein und überrollte dabei ihren Neffen. "Es ist eine Katastrophe. Die zwei verschwägerten Familien aus Wien-Donaustadt machten gemeinsam Urlaub", sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio. "Die Tante hatte ihr Auto zuerst außerhalb geparkt und wollte es dann in den Campingplatz stellen. Sie fuhr mit ihrem Pkw zwischen ihren Wohnwagen und dem ihrer Schwester."
Der zehn Monate alte Bub befand sich zu diesem Zeitpunkt im Bereich des Vorzeltes. Als die Tante mit ihrem Pkw anrollte, krabbelte das Kind laut Polizei unbemerkt unter dem Tisch beim Vorzelt heraus - direkt vor das Auto. Dominik wurde vom linken Vorderrad am Kopf erwischt. Der Ehemann der Unglückslenkern war zum Unfallzeitpunkt hinter dem Auto und hielt eine Wäscheleine hoch, um das Einparken zu ermöglichen. "Auch Dominiks Eltern haben den Unfall nicht unmittelbar gesehen," sagt Dionisio. Es muss alles furchtbar schnell gegangen sein.
Kopfverletzungen erlegen
Das schwer verletzte Baby wurde noch vor Ort reanimiert und dann vom Rettungshubschrauber C11 ins Klinikum Klagenfurt geflogen. Dort erlag es seinen Kopfverletzungen. Die Mutter (29) und der Vater von Dominik mussten von der Krisenintervention (KIT) des Roten Kreuzes betreut werden. Auch Tante und Onkel sowie der zwölfjährige Sohn der Unfall-Lenkerin brauchten psychologische Hilfe. KIT-Leiter Elmar Dobernig sagt: "In erster Linie ging es darum, für diese Menschen da zu sein und ihnen Organisatorisches abzunehmen." Auch bei den Einsatzkräften herrsche massivste Betroffenheit. Ein KIT-Team begleitete die Eltern ins Klinikum. Eine Verabschiedung vom kleinen Dominik ist geplant.
Ursprünglich hätte die Familie am Freitag abreisen wollen. Am Campingplatz war am Mittwoch vielen das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Günter Hassler, der Pächter des Areals, sagte im ORF: "Die Betroffenen kommen seit Jahren zu uns. Der Unfall ist einfach schrecklich."




















