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Kritik an "neuer Straße" für Flick
Ein Verkehrsprojekt am Wörthersee vom Land Kärnten und der Milliardärin Ingrid Flick sorgt für Diskussionen. Landeshauptmann Gerhard Dörfler spricht von "Neiddebatte".

Foto © EggenbergerDie Straße wird nicht auf Höhe der Flick-Villa, sondern bei in der Nähe liegenden Seeflächen verlegt
Frank Stronach scheiterte einst mit dem Begehren, eine Straßenuntertunnelung vor seinem Schloss in Reifnitz zu bekommen. Milliardärin Ingrid Flick darf sich hingegen in Zukunft über mehr Ruhe und Privatsphäre auf ihrem Besitz in Dellach am Südufer des Wörthersees freuen. Wie berichtet, übernimmt Flick die Kosten für eine Verlegung der Süduferstraße.
Konkret geht es um den Lückenschluss des Wörthersee-Radweges, bei dem insgesamt noch 9,7 Kilometer fehlen. Einer der noch avisierten Abschnitte grenzt an Grundstücke der Flick-Stiftung in Dellach. Auf einer Länge von 900 Metern soll jetzt die Straßentrasse vom See weg verlegt werden - bei dem Projekt, das von der Landesregierung einstimmig beschlossen wurde, ist auch ein etwa 170 Meter langer Tunnel vorgesehen.
"Das Projekt - 3,5 bis 4 Millionen Euro - wird von der Flick-Stiftung finanziert", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), "gleichzeitig löst sie das Areal der alten Trasse für 1,5 Millionen Euro ab." Das Flick-Anwesen wird großräumig umfahren, direkt am Wörthersee können die Radler hier dann aber nicht mehr in die Pedale treten. Dafür verspricht Dörfler eine "Aussichtsplattform" und einen "öffentlichen Seezugang für die nächsten 50 Jahre". Im Herbst 2013 soll mit dem Bau begonnen werden, 2014 soll der Abschnitt fertig sein. Erst letzte Woche wurde ein Radwegkonzept für den Wörthersee präsentiert, da war von den Flick-Plänen noch keine Rede.
Die Fläche, die die Flick-Stiftung durch die Vereinbarung erhält, ist 900 Meter lang und bis zu sechs Meter breit. Zum Vergleich: Der Quadratmeterpreis für Baugrund am Wörthersee liegt derzeit bei bis zu 2500 Euro.
Die Kritik, dass das Land "käuflich" und der Deal ein "Geschenk an Flick" sei, lässt Dörfler nicht gelten. "Hier eine Neiddebatte zu beginnen, ist erbärmlich. Bei diesem Projekt gibt es nur Gewinner." Mit dem Erlös des Grundstücksverkaufs soll der Ausbau des Radweges finanziert werden.
Das Projekt betrifft übrigens nicht die Flick-Villa, sondern weitere Flächen, die zum Besitz gehören. Von der Flick-Stiftung gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme auf eine Anfrage der Kleinen Zeitung.


















