Bezirks- und Gemeindesuche
Kärntens Altenpfleger schlagen Alarm
Personalmangel bewirkte bei einer Diplompflegerin 1000 Überstunden. Die Gewerkschaft kritisiert Soziallandesrat Christian Ragger.

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"Ich hätte Angst davor, meine Eltern in einem der Kärntner Alten- und Pflegeheime unterzubringen." Mit dieser Feststellung verwies am Mittwoch Manfred Wurzer, Landessekretär der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft, auf die Missstände, die seit dem Vorjahr in den Heimen des Landes herrschen. Gemeinsam mit Jutta Brandhuber von der Gewerkschaft der Privatangestellten hat Wurzer Alarm geschlagen: "Die vorgeschriebene Qualität der Pflege ist seit Monaten nicht mehr gewährleistet."
Ausgangspunkt der Misere sei ein Landtagsbeschluss aus dem Vorjahr, mit dem die Kärntner Heimverordnung geändert wurde. Seither gilt ein Pflegeschlüssel von 20 Prozent. Das heißt, dass eine diplomierte Pflegerin für fünf Patienten zuständig ist. Zuvor lag der Schlüssel bei 25 Prozent, was von Experten schon damals als unterste Grenze angesehen worden war.
Die Gewerkschaft legte Fälle vor, die die Missstände in den Heimen signalisieren sollen. So hat es eine 38-jährige Diplompflegerin auf mehr als 1000 Überstunden gebracht, die sie wegen des akuten Personalmangels nicht abbauen kann. Eine 45-jährige Pflegehelferin befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung, weil sie während eines Krankenhausaufenthalts jeden zweiten Tag telefonisch aufgefordert wurde, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sie leidet nun wie mehrere Kolleginnen unter einem Burn-out.
Die Gewerkschaft fordert Soziallandesrat Christian Ragger (FPK) auf, dafür zu sorgen, dass der 25-Prozent-Pflegeschlüssel wieder eingeführt wird. Ragger wies die Kritik als "falsche Behauptungen" zurück. Der Personalstand sei in Kärntens Heimen seit zehn Jahren unverändert. Neu sei, dass der Schlüssel innerhalb des Personals modifiziert wurde.



















