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Zuletzt aktualisiert: 09.06.2012 um 19:57 UhrKommentare

Schwarz: "Ich sollte mich mehr aufregen"

Er kann über sich selbst lachen, würde die Bibel mit auf eine einsame Insel nehmen und bevorzugt das Wetter-App. Bischof Alois Schwarz antwortete zum bevorstehenden 60er auf ungewöhnliche Fragen.

Bischof Alois Schwarz

Foto © EggenbergerBischof Alois Schwarz

Welchen Beruf hätten Sie, wenn Sie nicht Priester geworden wären?

Vielleicht wäre ich wie mein Vater Bauer geworden.

Was ist das Wertvollste, das Sie besitzen?

Der Glaube.

Wie hoch schätzen Sie Ihren Beliebtheitswert in der Diözese ein?

Keine Ahnung. Ich weiß, dass mich die Leute mögen.

Sind sie manchmal einsam?

Gelegentlich ja; alleine, nicht einsam.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?

Die Entwicklungsförderung des Lebensraumes der Menschen. Wir brauchen eine stärkere Förderung, damit junge Menschen einen Perspektivenwechsel haben, in der Liebe zu jungem Leben, zu Kindern.

Was gefällt Ihnen an sich selbst?

Dass ich über mich lachen kann.

Worüber können Sie noch lachen?

Wenn jemand intelligente Witze erzählt.

Ihr Lieblingswitz?

Ich hab' keinen. Denn ich merke mir Witze nicht.

Eine schlechte Angewohnheit von Ihnen?

Ungeduld.

Was ist für Sie die größte Verlockung?

Dass ich zu viel arbeite, am Abend dies und jenes noch mache.

Was sagt man Ihnen nach?

Dass ich gerne bei den Leuten bin.

Was macht Sie zornig?

Wenn Leute Ja zu meinen Anweisungen sagen und sie dann nicht umsetzen.

Wann sind Sie ungehorsam?

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich ungehorsam bin.

Worauf wollen Sie nicht verzichten?

Auf die Bibel.

Wem drücken Sie bei der Fußball-EM die Daumen?

Da habe ich noch gar nicht begonnen, mich zu informieren. Weil ich derzeit mit Firmungen stark beschäftigt bin.

Was ist Ihr Lieblingsduft?

Der Morgentau.

Was regt Sie auf?

Weiß ich nicht. Über manches sollte ich mich eigentlich mehr aufregen.

Welcher Künstler berührt Sie?

Lyrikerinnen wie Christine Busta oder Hilde Domin.

Ihr Lieblingsfilm?

"Von Menschen und Göttern" von Xavier Beauvois. Es geht um die Mönche im algerischen Tibhirine, die 1996 ermordet wurden. Ein sehr bewegender Film, ich zeige ihn öfter bei Priestereinkehrtagen. Mittlerweile gibt es ihn als DVD.

Waren Sie schon einmal in einem Rockkonzert?

Nein, noch nie.

Wie flucht ein Bischof?

Gar nicht.

Mit welchem der Zehn Gebote hadern Sie am meisten?

Mit dem ersten: Dass Gott jenen Stellenwert hat, den er haben müsste - und durch nichts verdrängt wird.

Würden Sie Barack Obama wählen?

Dazu äußere ich mich nicht.

Spielen Sie Lotto?

Dafür habe ich kein Geld.

Ihr Lieblingsspruch auf Slowenisch?

Derselbe wie im Deutschen, nämlich mein Bischöflicher Wappenspruch: "Und das Wort ist Fleisch geworden."

Welche drei Dinge würden Sie mit auf die Insel nehmen?

Die Bibel, das Messbuch und einen Kelch.

Ihr schrägstes Urlaubserlebnis?

Schräges im Urlaub? Da fällt mir überhaupt nichts ein.

Welches Kärntnerlied berührt Sie?

Jetzt wohl das "Radl der Zeit".

Waren Sie schon einmal verliebt?

Früher, in der Jugend.

Gab es Momente, in denen Sie an Ihrer Berufung gezweifelt haben?

Gott sei Dank nie.

Gab es Momente, in denen Sie am Glauben gezweifelt haben?

Gott sei Dank auch nicht. Ich bin sehr katholisch erzogen worden, da war es selbstverständlich zu glauben und mit der Kirche zu leben. Der Glaube gehörte bei uns zum Familienleben dazu. So ist es jetzt auch bei meinen Geschwistern, Nichten und Neffen.

Warum sind Sie nicht auf Facebook?

Ich habe Jugendliche gefragt, ob ich es tun soll. Sie haben gemeint: Herr Bischof, wenn Sie es nicht selbst machen, interessiert es uns nicht. Derzeit habe ich auch keine Zeit dafür.

Abseits von Kirchlichem: Was ist Ihr Lieblings-App am Handy?

Soll ich jetzt sagen: die Kleine Zeitung? Es sind Wetter und Karten. Die Kleine Zeitung, Radio und die Bibel habe ich auch. So kann ich schnell einen Bibelvers oder einen Begriff suchen.

Welches SMS haben Sie zuletzt abgeschickt?

An meine Nichte, damit sie mir Familienfotos für die Kleine Zeitung schickt.

Welches Tier wären Sie gerne?

Keines. Um Gottes Willen! Ich bin aber Tierschützer und Tierliebhaber.

Was ist Ihnen das Wichtigste bei der Jagd?

Das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Treiben Sie Sport?

Zu wenig. Ein bisschen Schifahren im Winter. Früher habe ich Fußball gespielt.

Welche Frau, welcher Mann beeindruckt Sie?

Alle, die ehrlich und offen Zuwendung schenken.

Ihr schönstes Geburtstagsgeschenk als Kind?

Es gab immer Kleidung, also das, was gebraucht wurde. Außertourliche Geschenke hat es bei uns nie gegeben.

Kennen Sie als Bischof Midlifecrises?

Freilich. Als ich mich fragte, wie es weitergeht, welche Schwerpunkte ich setzen soll, oder welches Buch es sich lohnt, noch zu lesen. Das war, bevor ich mit 49 Jahren nach Kärnten kam und Bischof wurde.

Wie empfinden Sie Ihren 60iger?

Den registriere ich erst jetzt, da die Leute mit den Gratulationen beginnen. Es geht um 60! Zwei Drittel meiner Amtszeit in Kärnten habe ich noch vor mir, bis 75. Jetzt muss ich überlegen, welche Schwerpunkte ich noch setzen will.

Was war das Überraschendste für Sie, als Sie vor elf Jahren nach Kärnten kamen?

Die Spontaneität und Herzlichkeit der Leute. Das Neue und Herausforderndste war für mich die Zweisprachigkeit - und ist es noch immer.

Was fehlt Ihnen zum Glück?

Der Himmel.

Wie gelingt das Leben?

Eigentlich täglich: mit einem Sonnenaufgang, mit Ihren überraschenden Fragen und dem Nachdenken darüber.

Ihr Wunsch zum Geburtstag?

Dass man nicht so viel darüber redet.

ANDREA BERGMANN, EVA WEISSENBERGER

Zur Person

Alois Schwarz, geboren am 14. Juni 1952 als Sohn einer Bauernfamilie in Hollenthon, südliches Niederösterreich.

Karriere: Theologiestudium in Wien (Pastoraltheologe), 1976 Priesterweihe, Pfarrer in Krumbach, Leiter des Pastoralamtes Wien, Vorsitzender der Pastoralkommission und Leiter des Pastoralinstituts Österreich.

1996 Weihbischof der Erzdiözese Wien.

Seit 2001 ist Alois Schwarz der 65. Bischof der Diözese Gurk.

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