Bezirks- und Gemeindesuche
"Mit 15 Kindergärtner zu werden, ist uncool"

Foto © KK/PariggerJosef Christian Aigner forscht seit Jahren zu dem Thema
Herr Aigner, Sie präsentierten nun Ihr Buch über Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern. Wo bleiben die Männer?
JOSEF AIGNER: Sie schrecken vor beziehungsorientierten Berufen zurück. Das wird immer schlimmer. Mitte der 60er war das Verhältnis zwischen Lehrern und Lehrerinnen in Österreichs Volksschulen noch 50:50. Heute unterrichten dort nicht mal mehr zehn Prozent Männer.
Und den Kindergärten bleiben die Herren sowieso fern.
AIGNER: Das fängt damit an, dass es keine Werbung für geschlechtsunspezifische Berufe gibt. Das haben uns 300 Mittelschüler in einer Umfrage bestätigt. Dazu kommt, dass man sich mit 15 entscheiden soll, Kindergärtner zu werden. In dem Alter ist das uncool. Auch deshalb gehört die Ausbildung für Kindergartenpädagogen auf Hochschulniveau angehoben. Männer mit 18, 19 entscheiden sich schon leichter für diesen Weg.
Welche Erfahrungen haben die Betroffenen mit Kindergärtnern?
AIGNER : Kinder reagieren total positiv auf sie, Eltern auch. Nur ein Minianteil der Eltern ist skeptisch. Ihre Bedenken beziehen sich auf einen Generalverdacht gegenüber Männern, den man aber scharf zurückdrängen muss. Auch die Kindergärtnerinnen sind nach einer ersten Zusammenarbeit sehr froh über männliche Kollegen. Von uns befragte Pädagoginnen haben von sich aus gesagt, dass eine etwaige Zickenhaftigkeit zurückgeht, sobald ein Mann im Team ist. Symbolisch sind Kindergärtner natürlich auch wichtig. Als Repräsentant des Männlichen spiegeln sie den Kindern wider, dass sich auch Männer um sie sorgen und kümmern.


















