Bezirks- und Gemeindesuche
Verhackertes stößt Justiz übel auf
Verantwortliche eines Kärntner Fleischproduzenten wurden angeklagt, weil im Speckverhackerten Listerien waren. Ihnen wird vorgeworfen, gegen das Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz verstoßen zu haben.

Foto © Willi Zore (Symbolbild)"Das Speckverhackerte hat die Firma meiner Mandanten ohne Listerien verlassen", behauptet Anwalt Christian Puswald
Ein Kärntner Fleischproduzent bekommt sein Fett ab. Weil im Verhackerten Listerien waren, erhob die Staatsanwaltschaft Klagenfurt Anklage. Den Verantwortlichen des Betriebes wird vorgeworfen, gegen das Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz verstoßen zu haben. Der Senior- und der Juniorchef der Firma müssen sich deshalb kommende Woche am Klagenfurter Landesgericht vor Richter Christian Liebhauser-Karl verantworten. Sie haben "gesundheitsschädliche Lebensmittel in Verkehr gebracht, die eine Gefahr für eine größere Zahl von Menschen zur Folge hatte", so die Staatsanwaltschaft.
Der Fall hatte im Vorjahr für Aufsehen gesorgt. Zwei bis drei Tonnen Speckverhackertes mussten zurückgeholt werden. Die Produkte lagen zu diesem Zeitpunkt bereits österreichweit in den Geschäftsregalen. Entdeckt worden waren die Listerien in einer Hofer-Filiale. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit bezeichnete das Produkt als gesundheitsschädlich und warnte vor dem Verzehr. Das Verhackerte wies einen Listerien-Wert von 5400 Bakterien pro Gramm auf und überschritt den erlaubten Grenzwert um das 54-fache. Die Chefs der Fleischereifirma werden sich in dem pikanten Prozess dennoch nicht schuldig bekennen. "Wir wollen beweisen, dass dieses Produkt die Firma meiner Mandanten ordnungsgemäß verlassen hat", sagt Anwalt Christian Puswald. Seine Vermutung: "Es kann sein, dass mehrere Leute das Verhackerte aus dem Regal nahmen und wieder hineinlegten. Durch dieses Hin und Her wurde die Verpackung beschädigt und so kam es zu der Verunreinigung."
Sensibler Konsument
Kunden seien, laut Puswald, nicht zu Schaden gekommen. "Nach der Rückholaktion wurden mehrere Tonnen des Produktes untersucht. Alle Proben waren in Ordnung. Es gab definitiv nur eine Packung, die mit Listerien versetzt war."
"Wurscht" ist den Fleischerzeugern das Verfahren nicht. "Schließlich ist der Konsument sensibler denn je", weiß Puswald. Im Falle einer Verurteilung drohen seinen Mandanten bis zu zwei Jahre Haft.



















