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Milch und Butter unter Preisdruck
In Deutschland wird Magermilch bereits ab 45 Cent im Supermarktregal angeboten, Vollmilch ab 51 Cent. In Österreich reagierten Hofer und der Rewe-Konzern als Erste und senkten den Preis für Butter.

Foto © FotoliaIn den letzten Monaten fiel der Preis für ein Viertelkilo Butter um 30 Cent, jetzt fürchten die Molkereien einen weiteren Preissturz
80 Liter Milch - so viel verbraucht der durchschnittliche Österreicher im Jahr. "Wenn der Preis um zehn Cent pro Liter billiger ist, ersparen sich die Konsumenten im Jahr acht Euro. Einem Bauer, dessen Kühe 82.000 Kilogramm Milch erzeugen, fehlen dann aber 8200 Euro", rechnet Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntnermilch und Sprecher der Österreichischen Molkereien, das Preis-Dilemma vor.
Dieser Tage könnte der Zehn-Cent-Sprung den heimischen Molkereien wieder drohen. In Deutschland wird Magermilch bereits ab 45 Cent im Supermarktregal angeboten, Vollmilch ab 51 Cent.
In Österreich reagierten Hofer und der Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Penny) als Erste und senkten den Preis für das Viertelkilo Butter von 1,19 Euro auf 1,09 Euro. Auch Spar hat angekündigt, in den nächsten Tagen beim Butterpreis nachzuziehen. "Tatsächlich ist dieser in den letzten Monaten aber schon um 30 Cent gefallen", so Petschar.
Der Grund für den Preisverfall ist leicht erklärt - denn er ist auch von den Bauern selbst verschuldet. "Das Milchbauernjahr geht von Anfang April bis Ende März. Gegen Ende liefern alle Bauern weniger Milch, um keine Strafzahlungen leisten zu müssen, da die Liefermengen ja kontingentiert sind. Seit April gilt das neue Milchkontingent, daher haben wir nun mehr Milch zur Verfügung", so Petschar. Zudem ging in den letzten Monaten die Nachfrage nach Milch in Russland und China zurück. "So verrückt das klingt: Eine Krise in Neuseeland wirkt sich auch auf unseren Absatz aus", meint Petschar zum globalisierten Milch-Markt. Dass es auch in Österreich zu einem Preis-Dumping nach deutschem Vorbild kommen kann, glaubt Petschar nicht. "Österreichs Bauern bewirtschaften kleinere Flächen. Die drei Milliarden Kilo Milch, die die Branche pro Jahr bei uns verarbeitet, macht Müller Milch an einem Standort."
Wobei auch für die Molkereien das Jahr 2011 kein leichtes war, wie ein Blick in die Bilanzen belegt. 2,2 Milliarden Euro Jahresumsatz machte die Branche zuletzt. Lag der Gewinn im Jahr 2010 bei 22 Millionen Euro, wurde er im Vorjahr fast halbiert. Petschar: "Bei der geringsten Krise stehen auch die Molkereien an der Wand."



















