Bezirks- und Gemeindesuche
Mädchen brach sich absichtlich Finger
Um nicht in die Schule zu müssen, verletzte sich eine Schülerin selbst. Sie galt als "notorische Schulschwänzerin", dabei musste sie sich daheim um ihre kleine Schwester kümmern. Die Mutter soll Alkoholikerin sein.

Foto © APA/Schlager
In Kärnten hat sich ein Mädchen vor einigen Monaten absichtlich einen Finger gebrochen, um nicht in die Schule gehen zu müssen. Das berichtete der Vizepräsident des Kärntner Landesschulrates, Rudolf Altersberger. Die Schülerin sei als "notorische Schulschwänzerin" verschrien gewesen, dabei sei sie deshalb oft daheim geblieben, weil sie sich um ihre kleine Schwester habe kümmern müssen.
Die Lehrerin habe irgendwann herausgefunden, dass ihre Schülerin nur deshalb ständig fehlte, weil die Mutter Alkoholikerin und nicht fähig sei, auf die kleine Schwester aufzupassen, so Altersberger. Die Pädagogin schaltete umgehend das Jugendamt ein, das auch aktiv wurde. "Die Schülerin war ja völlig überfordert mit der Situation, wollte aber nicht die Wahrheit sagen, um ihre Mutter nicht anzuschwärzen", erklärte Altersberger.
Fälle wie diese würden durch Forderungen nach strengeren Strafen für das Fernbleiben vom Unterricht, wie sie Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (V) fordere, jedenfalls nicht gelöst. Gerade in sozial schwächeren Schichten seien Strafen kontraproduktiv, hier müsse es Unterstützung und Förderung für Schüler und Eltern geben, etwa durch Schulcoaches, fordert der Vizepräsident.



















