Bezirks- und Gemeindesuche
Renate Mosser: "Der ärgste Fall, den ich kenne"
Opfer-Verein fordert Herausgabe des Aktes und eine Entschädigung.

Foto © KK/PrivatKämpft für Opfer: Renate Mosser (Weisser Ring)
In welcher Form unterstützt der Opferschutzverein "Weisser Ring" den jetzt 62-Jährigen?
RENATE MOSSER: Wir fordern für ihn vom Land eine finanzielle Entschädigung, die Anerkennung als Opfer und verlangen die Herausgabe seines Aktes. Mein Klient bemüht sich seit Jahren darum, doch sowohl er als auch ich werden nur mit Ausreden abgespeist. Es ist sein gesetzliches Recht, den Akt zu bekommen. Aber angeblich ist er nicht auffindbar.
Warum ist der Akt aus seiner Heimzeit für ihn so wichtig?
MOSSER: Nur damit kann er seine Vergangenheit komplett kennenlernen und aufarbeiten. Das will er jetzt tun.
Warum erst jetzt, 50 Jahre später?
MOSSER: Zuerst hat er das Erlebte verdrängt, er wollte es unbedingt vergessen. Dann hat er geheiratet und Kinder bekommen, da hat man keine Zeit für seine eigene Geschichte. Erst dann, wenn die Kinder groß und aus dem Haus sind, hat man Zeit über sich selbst nachzudenken. Dann bricht alles auf. Deshalb redet man erst so spät darüber. Das ist bei den meisten Missbrauchsopfern so.
Gibt es noch andere Missbrauchsfälle aus dem Landesjugendheim Görtschach?
MOSSER: Ja. Seit dem Wurst-Prozess sind ja viele Fälle bekannt. Ich betreue auch andere Opfer. Das jüngste ist erst 30 Jahre alt. Doch der Fall aus den 1960er-Jahren ist der ärgste, den ich kenne. Es ist so unfassbar, was man damals den Kindern angetan hat, das man dafür eigentlich keine Worte findet. Ich werde sicher nicht lockerlassen und für ihn kämpfen, bis er zu seinem Recht kommt.
Features
Kontakt
Hilfe für Opfer gibt es bei der Kriminalitätsopferhilfe "Weisser Ring": Telefonnummer 0699-13434009 (Renate Mosser). Wer den gemeinnützigen Verein unterstützen will: PSK-Konto: 1016000, BLZ 60000


















-Anzeigen

