Bezirks- und Gemeindesuche
Erst bezahlen, sonst kein Strom
Ansturm auf Sozialhilfe über 50.000 Euro für frierende Kärntner groß. Brennholzaktion des Landes verlängert. Knapp 2000 Kärntner bekommen Strom nur noch gegen Vorkasse.

Foto © Kelag
Für sozial Schwache gibt es Energie immer öfter nur noch gegen Vorauskasse. Laut Sozialreferent Christian Ragger haben knapp 2000 Kärntner einen Prepaymentzähler installiert. Einer der größten Energielieferanten Kärntens, die Kelag, versorgt so 1390 Kunden mit Strom.
"Das ist nichts Neues", sagt Josef Stocker, Kelag-Pressesprecher. "Früher gab es die Münzzähler." Das heißt, Strom gibt es nur gegen Vorauskasse. "Wenn die Kunden Schwierigkeiten mit den Zahlungen haben, haben sie so die Möglichkeit, geordnet Schulden abzubauen", sagt Stocker. "Sie bekommen nach der Einzahlung eine Schlüsselzahl, die sie bei ihrem Zähler eingeben und so wieder Strom beziehen", sagt Erich Ebner, Kelag-Bereichsleiter für Services.
Doch ob das der richtige Weg ist, bezweifelt nicht nur Sozialreferent Ragger, der am Donnerstag zu einem Strompreisgipfel lädt (siehe rechts), sondern auch die Energie- und Umweltreferentin Beate Prettner, wie berichtet. Andererseits wird eine andere Möglichkeit nur wenig genutzt: die Befreiung von der Zählpunktpauschale. Sie kann beim Stromlieferanten beantragt werden und beträgt 18 Euro pro Haushalt. Um darauf aufmerksam zu machen, hat Ragger gestern an 25.000 Bezieher des Heizkostenzuschusses des Landes einen Informationsbrief geschrieben.
Auf rege Nachfrage stößt die Sozialhilfe über 50.000 Euro für frierende Kärntner. Bereits 250 Anrufe gab es seit Montag. (Betroffene melden sich bei der Sozialabteilung unter 050536-14645)
Angesichts der dramatischen Situation, dass 18.000 Kärntner unter der sogenannten Energie-Armut leiden und 5000 davon sich akut das Heizen nicht leisten können, wird auch die Brennholzaktion verlängert. Sie wird gemeinsam mit pro mente und den SOMA-Märkten durchgeführt.


















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