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Zuletzt aktualisiert: 30.10.2011 um 21:57 UhrKommentare

Die Krise wird zum Sparmotor

Ein Ländervergleich anlässlich des Weltspartages zeigt: Jeder Österreicher legt im Monat 168 Euro auf die hohe Kante, um 12 Euro weniger als unsere deutschen Nachbarn.

"Spare in der Zeit, dann hast du in der Not". Das alte Sprichwort bekommt in Zeiten von Staats- und Bankenkrisen wieder mehr Bedeutung

Foto © Weingartner"Spare in der Zeit, dann hast du in der Not". Das alte Sprichwort bekommt in Zeiten von Staats- und Bankenkrisen wieder mehr Bedeutung

Vor dem Hintergrund der weltweiten Banken- und Staatsschuldenkrise laden die Banken und Sparkassen am Montag zum Weltspartag in ihre Filialen. Traditionsgemäß wollen sie sich dadurch bei ihren Kunden für deren Treue und Vertrauen mit einem kleinen Geschenk bedanken und legen zumeist eigens für diesen Anlass neu geschaffene Sparprodukte auf. Gelegen dürfte den Instituten dabei die neueste Auswertung des europäischen Statistikamts Eurostat kommen, wonach die Menschen in der Europäischen Union wieder mehr Geld auf die hohe Kante legen. Im zweiten Quartal 2011 stieg die Sparquote der Haushalte - also der Teil des Nettoeinkommens, der nicht für den Konsum ausgegeben wird - von 11,9 auf 12,6 Prozent.

Eine Studie der heimischen Erste Group kam zum Ergebnis, dass die Österreicher monatlich 12 Euro weniger als die Deutschen sparen. Demnach legen die deutschen "Sparmeister" monatlich 180 Euro auf die Seite, die Österreicher 168 Euro, die Briten 160 Euro. Weit weniger werde dagegen mit je 90 Euro in Tschechien und in der Slowakei gespart, die zu den eifrigsten Sparern in Mittel- und Osteuropa gehören. Dahinter folgen Ungarn (50 Euro) und die Ukraine (40 Euro).

Die Armutskonferenz wies dagegen auf die Ungleichheit in der Geldvermögensverteilung in Österreich hin. Demnach verfügen über zwei Drittel der Bevölkerung über kein nennenswertes Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte verfüge gar nur über acht Prozent des gesamten Geldvermögens. Das reichste Prozent (1 Prozent) der Haushalte hält 27 Prozent des Gesamtvermögens.

Im Vorfeld des Weltspartages warnte die Arbeiterkammer vor Spesenfallen bei Sparbüchern. Diverse Gebühren könnten den Zinsertrag auffressen. Bis zu sieben Euro werden für Schließung verrechnet.


Weltspartag

Geschichte. Den Weltspartag gibt es offiziell seit 1924. Die Vertreter der Sparkassen haben sich aus aller Welt in Mailand getroffen und den 31.Oktober zum Weltspartag erklärt. Im Laufe der Jahre haben diese Idee der Sparkassen auch andere Banken übernommen. Der Grundgedanke war, den Menschen den Spargedanken näher zu bringen. Das war besonders auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein Thema, der Blütezeit des Weltspartags. Nach einer wirtschaftlich schweren Zeit, sparte die Bevölkerung auf Dinge wie Kühlschränke, Fernseher oder auf ein Auto. Der Spar- und Vorsorgegedanke ist dadurch in den Jahrzehnten stark gefördert worden. Früher ist der Weltspartag auch in anderen Ländern mehr gefeiert worden, besonders in den 1970er und 1980er Jahren. Heute gibt es das fast nur mehr in Österreich.

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