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Jugendwohlfahrtskosten in Kärnten gestiegen
Trotz des Rückganges an Jugendlichen wegen der sinkenden Geburtenraten und Abwanderung haben sich in Kärnten und im Burgenland laut einem aktuellen Rechnungshofbericht die Kosten für die Jugendwohlfahrt erhöht.

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Trotz des Rückganges an Jugendlichen wegen der sinkenden Geburtenraten und Abwanderung haben sich in Kärnten und im Burgenland laut einem aktuellen Rechnungshofbericht die Kosten für die Jugendwohlfahrt erhöht. Im östlichsten Bundesland stiegen die Spesen von 2006 bis 2009 um 48 Prozent auf 12,76 Mio. Euro. Im südlichsten Bundesland erhöhten sich die Aufwände zur Betreuung der Minderjährigen im selben Zeitraum um 37 Prozent auf 45,65 Mio. Euro, heißt es im Bericht.
Die Gesamtzahl der Minderjährigen sank im Vergleichszeitraum im Burgenland um 8,02 Prozent auf 48.190 und in Kärnten um 4,6 Prozent auf 102.145. Auffallend ist der hohe Unterschied zwischen den beiden Ländern bei den Unkosten für die Jugendwohlfahrt pro Einwohner: Diese liegen in Kärnten mit 81 Euro pro Kopf beinahe doppelt so hoch wie im Burgenland mit "nur" 45 Euro. Zurückzuführen dürfte dieser eklatante Unterschied auf den höheren Grad der sogenannten "vollen Erziehung in Heimen" in Kärnten im Vergleich zum Burgenland sein. Allerdings sind auch in den Heimen die Kosten pro Jugendlichen in Kärnten mit 49.083 Euro um satte 9899 Euro per anno höher als im Burgenland. Ebenso bei der "vollen Erziehung durch Pflegeeltern", die im Burgenland 7414 Euro ausmacht, liegt Kärnten mit 13.266 Euro pro Jahr und Kopf weit höher.
Bei der Unterstützung der Erziehung fährt auch das Burgenland günstiger als Kärnten: Pro Jahr und Nase kostet diese im östlichsten Bundesland 3043 Euro während in Kärnten 4248 Euro berappt werden. Noch dazu kommt laut Rechnungshof, dass "im Burgenland prozentuell weit mehr Minderjährige in der kostengünstigen Form der Unterstützung der Erziehung betreut" werden. "Während in Kärnten die kostenintensivere Form der vollen Erziehung bei Pflegeeltern oder in Heimen höher gewichtet waren", hieß es im Bericht.
1139 Jugendliche unterstützt
Im Burgenland wurde 2009 bei 999 Jugendlichen die Erziehung unterstützt (plus 61,91 Prozent seit 2006), 126 waren Pflegekinder (plus 36,96 Prozent) und 230 in "sonstiger voller Erziehung", sprich Heimen (plus 33,72 Prozent). In Kärnten wurde 2009 die Erziehung von 1139 Jugendlichen unterstützt (plus 35,11 Prozent), 259 waren Pflegekinder (plus 1,97 Prozent) und 671 waren in Heimen (minus 2,75 Prozent).
Der Rechnungshof empfiehlt den beiden Ländern nun unter anderem, "in länderübergreifenden koordinierten Forschungsbemühungen die Ursachen für die der demografischen Entwicklung gegenläufige Entwicklung der Anzahl der betreuten Minderjährigen zu identifizieren und zu analysieren, um geeignete Gegenstrategien entwickeln zu können". In der Analyse seien insbesondere die Unterschiede zwischen dem Burgenland und Kärnten einzubeziehen. Die unterstützende Erziehung soll mit dem Ziel der Verringerung von Maßnahmen der vollen Erziehung forciert werden.
Dem Burgenland empfiehlt der RH beispielsweise weiters, die Pflegeaufsichten mindestens einmal jährlich durchzuführen und eine personen- und fallzahlbezogene Datenbank einzuführen. In Kärnten sollen etwa das Fortbildungsausmaß und die -standards verpflichtend festgeschrieben und die unmittelbare persönliche Kontaktaufnahme der Pflegeaufsicht einmal pro Jahr mit Pflegekindern aufgenommen werden.



















