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Gleiche Arbeit, weniger Lohn
Equal Pay Day: Der Tag, an dem Männer im Durchschnitt bereits so viel verdient haben wie Frauen am Jahresende. In Kärnten verdienen Frauen noch immer um rund ein Viertel weniger als Männer. Das entspricht dem Wert eines Klein-Pkw.

Foto © WodickaBei der Entlohnung haben Männer viel mehr Gewicht als Frauen. Männer verdienen im Jahresschnitt um 10.000 Euro mehr - laut ÖGB
Die SPÖ-Frauen rufen am Donnerstag alle Frauen dazu auf, für fünf Minuten ihre Arbeit niederzulegen. Anlass ist der sogenannte Equal Pay Day, symbolisch der Tag, an dem Männer im Durchschnitt bereits so viel verdient haben wie Frauen am Jahresende. Mann könnte auch sagen: Ab Donnerstag arbeiten die Kärntner Frauen umsonst.
"Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern beträgt - Unterschiede durch Teilzeitarbeit herausgerechnet - 2011 immer noch mehr als 23 Prozent oder 10.000 Euro", weiß Waltraud Rohrer, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende. Sie verdeutlicht: "Das ist ein Kleinwagen, den sich Frauen um dieses Geld kaufen könnten."
"Diese Missstände gehören ausgeräumt", fordert auch SPÖ-Frauenchefin Ana Blatnik. Gründe für die nach wie vor eklatanten Lohnunterschiede seien Teilzeitbeschäftigung, zu wenig Kinderbetreuungsplätze und das Nichteinhalten von Kollektivlöhnen. Laut Blatnik seien derzeit 203 Männer in Karenz, aber 7052 Frauen.
Was Frauen selbst machen können, um die Gehaltsschere zu verkleinern? "Kein Geheimnis aus Gehältern machen", sagt ÖGB-Vorsitzender Hermann Lipitsch. "Nur wenn man weiß, was der Kollege verdient, kann man Ungerechtigkeit erkennen." So fordert der ÖGB mehr Gehaltstransparenz auch bei kleinen Betrieben. Außerdem müssten Frauen streitbarer sein, meint Lipitsch: "Viele Frauen akzeptieren ein schlechteres Einstiegsgehalt in der Hoffnung, man werde ihre Leistung später schon einmal honorieren, was dann nicht geschieht." Hier will der ÖGB mit Verhandlungstrainings Frauen die Scheu vor dem Fordern nehmen. Kärnten könne auf gut ausgebildete Arbeitskräfte nicht einfach verzichten, weil sie Kinder haben.
"Jene Unternehmen, die es weiblichen Führungskräften zutrauen, auch in Teilzeit zurückzukommen, sind oft überrascht, wie gut es funktioniert", macht Lipitsch Unternehmern Mut zum Umdenken.



















