Bezirks- und Gemeindesuche
Chef-Wechsel im Wagner-Imperium
Probleme in einzelnen Häusern als Auslöser: Der Alleineigentümer und -geschäftsführer der Kur- und Pflegeeinrichtungen zieht sich zurück. Verkauf nicht ausgeschlossen.

Foto © KK/PrivatStephan Wagner
Flucht aus der Verantwortung? "Nein", sagt Stephan Wagner, "im Gegenteil, es ist das Übernehmen von Verantwortung". Er habe erkannt, dass seine Unternehmensgruppe eine bestimmte Größe erreicht hat, ab der sie eine neue Struktur brauche. Deshalb zieht sich Stephan Wagner, der Gründer, Alleineigentümer und Alleingeschäftsführer der "Dr. Dr. Wagner"-Unternehmensgruppe zurück. Mit sofortiger Wirkung: Nächsten Dienstag, am 16. August, erfolgt in der Salzburger Unternehmenszentrale die Übergabe der Geschäfte an eine neue Doppelspitze. Eine Geschäftsführerin wird Roberta Smischek, bisher Direktorin des Kurhauses St. Josef bei Hallein. Der zweite Geschäftsführer ist noch geheim. Gleichzeitig wird ein Beirat zur Qualitätssicherung eingerichtet.
Mit dieser Umstrukturierung reagiert Wagner auf Probleme in einzelnen Häusern, die seiner Unternehmensgruppe in den letzten Monaten negative Schlagzeilen eingebracht haben. Die Pensionsversicherung stoppte die Zuweisung von Patienten, in niederösterreichischen Häusern tobt ein Kampf mit der Belegschaft bzw. der Arbeiterkammer. In der ganzen Wagner-Gruppe gibt es bisher nur eine einzige Betriebsratskörperschaft.
Wagner hat in 23 Jahren ein Gesundheitsimperium aufgebaut: mit 15 Häusern in mehreren Bundesländern, in denen jährlich 20.000 Patienten und rund 300 Bewohner gepflegt, sowie rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt werden. In Kärnten gibt es sechs Einrichtungen, zwei weitere sind im Bau und rund 400 Beschäftigte. "Eine Änderung der Eigentumsverhältnisse ist denkbar, auch ein Verkauf", teilt sein Kommunikationsberater Josef Kalina mit. Notwendig habe die Unternehmensgruppe einen Partner zur Stärkung der Kapitalausstattung nicht. Wagner könnte es sich leisten, künftig zu privatisieren. Mit seinen 50 Jahren will er lieber eine "neue große, zeitintensive Herausforderung annehmen".
Features
Zum Thema
Foto

Bild vergrößernAltenheim Frantschach - Sankt Getraud, Platz für 91 SeniorenFoto © Bettina Friedl























