Bezirks- und Gemeindesuche
Sieben Jahre Haft für drei Euro Beute
Im April bedrohte ein mehrmals Vorbestrafter und Drogensüchtiger Lokalgäste und Personal mit Einwegspritze und erbeutete drei Euro. Dienstag wurde er zu sieben Jahren unbedinger Haft verurteilt.

Foto © Kleine Zeitung/Jürgen Fuchs (Symbolbild)
"Ich bin suchtgiftabhängig und habe das Geld gebraucht. Es war eine Verzweiflungstat." Vor Gericht zeigte sich Dienstag ein 24-jähriger Klagenfurter reumütig und legte ein Geständnis ab. Der mehrfach Vorbestrafte und seit Jahren Drogensüchtige musste sich wegen schweren Raubs verantworten.
Von Medikamenten und Kokain berauscht, betrat der Mann, mit einer Einwegspritze mit aufgesetzter Injektionsnadel in der Hand, im April eine Pizzeria in St. Ruprecht. "Gib mir Geld oder ich setz dir eine Hepatitis-Spritze", bedrohte er einen Mitarbeiter, der drei oder vier Euro aus seiner Hosentasche holte. Dann attackierte der Mann einen Lokalgast, dem es schließlich gelang, den Angreifer niederzuringen. Der 24-Jährige flüchtete und brach kurz darauf in eine Apotheke ein, um an suchtmittelhaltige Medikamente zu kommen. Diesmal war die Polizei schneller und konnte den Mann festnehmen.
Schwerstkriminalität trotz geringer Beute
Die Behauptung, dass der Mann an Hepatitis erkrankt sei, bestätigte sich nicht. Zum Tatzeitpunkt stand der Angeklagte unter Drogeneinfluss, war aber einem Gutachten zufolge zurechnungsfähig. "Geben Sie ihm eine letzte Chance und zerstören Sie sein weiteres Leben nicht", appellierte der Verteidiger an die Schöffen. Die kannten keine Gnade und verurteilten den Mann zu sieben Jahren unbedingter Haft. "Es handelt sich um Schwerstkriminalität, trotz der geringen Beute", erklärte Richter Norbert Jenny. Erschwerend kamen die Vorstrafen dazu. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.


















