Bezirks- und Gemeindesuche
Es rotiert auf Kärntens Schulhöfen
Kleine Kreisel sind bei Buben im Moment das beliebteste Spielzeug überhaupt. Niemand hat etwas dagegen, denn für die Kämpfe braucht man Köpfchen.

Foto © HasbroBuben im Beyblade-Fieber. "Wüssten wir, warum, wir hätten die perfekte Spielzeug-Formel gefunden"
Man kann sie spielen, tauschen, sammeln. Sie beinhalten den Widerspruch zwischen Gut und Böse, den Wettkampf. Aber warum die neumodernen chinesischen Kreisel "Beyblades" so einen Hype ausgelöst haben, können sich selbst die Manager der amerikanischen Vertriebs-Firma Hasbro nicht erklären. "Was ein gutes Spielzeug letztendlich zu einem Verkaufsschlager macht? Wüssten wir es, wir hätten die perfekte Formel gefunden", sagt die Marketingverantwortliche aus Österreich, Eva Agfalterer.
Die Beyblades sind derzeit auch in Kärnten der Spielzeug-Renner bei den Buben. Gespielt wird auf Pausenhöfen, gegen die Geschwister oder einfach mit oder gegen sich selbst.
Beyblades sind flache, breite Schrauben und bestehen aus Metall und Plastik. So sehen das Erwachsene.
Rotationsspur
Für Kinder sind die fünf Einzelteile eine Wissenschaft: Symbolbolzen, Energie-Ring, Fusionsscheibe, Rotationsspur und Spitze lassen sich individuell kombinieren. Dazu kommt die Reißleine als Startvorrichtung. 20 verschiedene Modelle, die jeweils nach den Kriterien Angriff, Abwehr und Ausdauer bewertet werden, sind am Markt. Doch die in China gefertigten Dinger sind sowieso meistens ausverkauft.
Welcher Beyblade dreht sich am längsten? Es ist eine uralte Frage, die derzeit auf den Kärntner Pausenhöfen neu gestellt wird. Gummi hüpfen, Kastl hüpfen, Mitte abschießen. Das war einmal. Jetzt hört man allerorts das Startkommando "Let it rip!". Dann drehen sich die Brummer durch die "Arena", eine Art Plastik-Salatschüssel. Professionell aufgezogene "Turniere" finden regen Zustrom.
Die meisten Eltern machen mit, nehmen mehrmalige Fahrten zu Spielzeugläden in Kauf, gustieren im Internet.
Auch Lehrer und Kindergartentanten haben nichts dagegen: Beyblades tun niemandem weh, pushen die Kinder nicht hoch - im Gegenteil. "Beim Zusehen gerät man in einen fast hypnoiden Zustand", sagt die Klagenfurter Psychologin Jutta Menschik.
Jetzt will die Firma nachlegen. "Im Spätsommer kommen Beyblades mit Infrarot-Fernsteuerung, mit denen man die Geschwindigkeit auch nach dem Start noch beeinflussen kann", jubiliert Hasbro-Sprecherin Rafaela Hartenstein.
Features
Zum Thema
Der große Dreh
Die Beyblades waren bis April 2011 der umsatzstärkste Artikel im gesamten Spielzeugmarkt.
Seit dem Start der Reihe im September 2010 rangiert das Produkt kontinuierlich unter den Topsellern und war über weite Strecken ausverkauft.
1,3 Millionen Beyblade-Kreisel wurden in Deutschland bereits verkauft. Für Österreich gibt es keine Zahlen.


















