Bezirks- und Gemeindesuche
Kirche ruft auf Facebook zur Firmung
In der Firmvorbereitung gehen die Kärntner Pfarren neue Wege: Projekte statt Frontalunterricht. Kommuniziert wird via Internet.

Foto © KKKreatives Arbeiten als wichtiger Teil der Firmvorbereitung
Der Blick auf die Statistik müsste den geistlichen Würdenträgern der Diözese Gurk eigentlich tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben. 5002 Kärntner Jugendliche empfingen im Jahr 2000 das Sakrament der heiligen Firmung, im Vorjahr fiel die Zahl der Firmungen unter 4000. "Die absoluten Zahlen gehen zwar zurück", sagt Ordinariatskanzler Jakob Ibounig, "das liegt aber an den geburtenschwachen Jahrgängen". Zudem hat sich der Anteil der Menschen mit römisch-katholischem Glauben reduziert. Missbrauchsfälle und die daraus resultierende Austrittswelle verstärken diese Entwicklung. "Zwischen 80 und 90 Prozent der Jugendlichen werden aber gefirmt, dieser Anteil ist über die Jahre fast unverändert geblieben", so Ibounig.
Doch welche Bedeutung hat die Firmung in der heutigen Gesellschaft noch? "Ich glaube, dass es nach wie vor ein wichtiger Schritt in Richtung Erwachsensein ist", meint Kerstin Holdernig, Leiterin des Jugendtreffs Zammelsberg. "Auch wenn vielen die Bedeutung erst Jahre später - bei der Hochzeit oder eigenen Kindern - bewusst wird." Als primäre Motive gelten oft die Aussicht auf ein Geschenk oder Tradition. Unter dem Motto: "Mama und Oma haben gesagt, dass ich das machen soll."
"Firmunterricht"
Im "Firmunterricht" werden Jugendliche auf den großen Tag vorbereitet. "Es soll keine lästige Pflicht oder ein Ersatz für den Religionsunterricht sein. Gemeinsames Erleben, Gestalten und Lernen stehen im Vordergrund", sagt Christiane Potočnik von der Pfarre Völkermarkt-St. Ruprecht. "Aber natürlich sollen sie auch vermittelt bekommen, was es heißt Christ zu sein und die Pfarre als Heimat zu sehen", ergänzt Burgi Schönthaler, Jugendleiterin der Pfarre Klagenfurt-St. Josef.
Um die Jugendlichen in "ihrer" Lebenswelt zu erreichen, werden in der Vorbereitung mit dem Einsatz von Sozialen Netzwerken neue Wege bestritten. "Bei der Firmbegleitung nützen wir Facebook, um Veranstaltungen anzukündigen, Fotos online zu stellen und die Kommunikation zu fördern - aus unserer Sicht hat sich das sehr bewährt", sagt Monika Knapp, Pastoralassistentin in Ebenthal. "Nach der Firmung nützen Jugendliche unseren Jugendtreff, da bleibt Facebook eine wichtige Plattform", sagt Holdernig.
Auch für Potočnik bewährt sich der Einsatz von Social Media: "Der Informationsaustausch wurde einfacher und intensiver." Ibounig sieht es pragmatischer: "Wichtig ist nicht, dass Jugendliche Facebook nützen, sondern wissen, was Glaube ist."



















