Bezirks- und Gemeindesuche
"11.200 Euro im Monat ist vertretbar"
Osttiroler Funktionäre verteidigen die Gehälter der Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol. Bei der Lebenshilfe Osttirol gibt es aufgrund der Turbulenzen auf Landesebene kaum Einbußen.

Foto © Kleine ZeitungDie Mitarbeiter in den Osttiroler Lebenshilfe-Werkstätten arbeiten mit ihren Klienten überaus erfolgreich
Ein Gehalt von jeweils 11.200 Euro brutto monatlich kassieren die beiden Geschäftsführer der gemeinnützigen GesmbH. der Lebenshilfe Tirol, Paul Barbist und Anton Laucher. Diese Geschäftsführergehälter waren nur ein Teil, der zu den Turbulenzen in der Lebenshilfe Tirol im Herbst 2010 geführt hatte. Ein anderer Teil waren die hohen Honorarabrechnungen des Notars und ehrenamtlichen Präsidenten Hanspeter Zobl. Ihm war vorgeworfen worden, der eigenen Notariatskanzlei Lebenshilfe-Aufträge zugeschanzt zu haben. Zobl legte im Jänner 2011 alle seine Ämter zurück.
Bei einem Informationsabend der Osttiroler Lebenshilfe, zu dem viele Angehörige und Interessierte gekommen waren, verteidigte Finanzreferent Reinhold Stocker sowohl die Geschäftsführergehälter als auch die Honorarabrechnung des Notars Zobl in Höhe von 115.000 für die Abwicklung einer Erbschaftsangelegenheit. "Wenn man weiß, wie viel Arbeit die Geschäftsführer der GmbH vor allem mit der Führung der vielen Mitarbeiter haben, ist ein Gehalt von rund 6.000 Euro netto durchaus vertretbar", rechtfertigte Stocker das Salär der Geschäftsführung.
Teilweiser Gehaltsverzicht?
Stocker berichtete weiter, dass "man derzeit mit den beiden Geschäftsführern verhandelt, um sie zu einem teilweisen Gehaltsverzicht zu bewegen." Obfrau Inge Hanser betonte, dass "es sich bei allen Mitarbeitergehältern und somit auch bei den Geschäftsführerbezügen um keine Spendengelder handelt." Für die Behindertenbetreuung ist in Tirol das Land zuständig. Das Land bezahlt auch die Mitarbeiter, zu denen die Geschäftsführer gehören. Zur strittigen Honorarabrechnung von Notar und Präsident Zobl sagte der Finanzreferent der Osttiroler Lebenshilfe: "Zuerst hat es mich auch einmal gerissen, als ich in der Zeitung von den 115.000 Euro gelesen habe. Wenn man aber weiß, dass es allein 27 Verhandlungen in dieser Erbschaftsangelegenheit gegeben hat, kommt man auf eine Ermäßigung von mindestens 50 Prozent."
Kaum Einbußen in Osttirol
Auf Osttirol hatten die Turbulenzen in der Lebenshilfe kaum Auswirkungen - zumindest finanziell nicht. Bei den Mitgliedern konnte man 2010 zulegen. Fünf Austritten standen zwölf Neueintritte gegenüber. "Mit 31.000 Euro gingen ein bisschen weniger Spenden ein als in den Vorjahren", sagte Stocker. Und weiter: "Das Image der Lebenshilfe hat aber sicher auch bei uns in Osttirol sehr gelitten."
Features
Daten & Fakten
Gründung Tirol. 1963 als "Verein Lebenshilfe für das entwicklungsbehinderte Kind"
Gründung Osttirol. 1971 als erste Tiroler Sektion
Wohnhäuser. Zwei in Lienz, je eines in Matrei und in Strassen
Werkstätten. Lienz Messing- gasse, Lienz Kunstwerkstatt, je eines in Matrei und in Sillian
Mitglieder. 1250



















