Bezirks- und Gemeindesuche
"Betreiben keinen Öko-Schwindel"
Laut Verbund-Vorstand Anzengruber geht 2014 das Gas-Dampf-Kraftwerk in Betrieb.

Foto © KLZ/WeichselbraunVerbund-Vorstand Wolfgang Anzengruber
Wann wird Österreich ohne Atomstrom-Importe auskommen?
WOLFGANG ANZENGRUBER: Die Frage ist, kann Europa ohne Atomstrom auskommen? Derzeit gibt es 28 Prozent Atomstrom in Europa. Nur wenn der ganze Kontinent atomstromfrei wird, ist es auch Österreich. Wir brauchen den Konsens hin zur erneuerbaren Energie, die leistbar sein muss.
Ist sie unwirtschaftlich?
ANZENGRUBER: Die einzig wirtschaftliche erneuerbare Energie ist die Wasserkraft. Windenergie hat den zweifachen Marktpreis, Fotovoltaik den siebenfachen. Je nach Region muss mit den entsprechenden Mitteln gearbeitet werden.
Hat die Atom-Katastrophe in Japan etwas an der Strategie des Verbunds geändert?
ANZENGRUBER: Nein, aber die europäische Energiewirtschaft ist im Umbruch. Ziel ist es, den Verbrauch binnen 40 Jahren zu halbieren. Das ist machbar, wenn wir jetzt starten. Aber nur 20 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf Strom.
Was sagen Sie zum heimischen Ökostromgesetz?
ANZENGRUBER: Es hat vernünftige Ansätze. Neue Technologien erhalten eine Investitionsbasis. Bei Förderungen muss man aber immer aufpassen, denn oft gibt es falsche Anreize - und dafür zahlen alle.
Wie stehen Sie zum neuen Gasmarktgesetz?
ANZENGRUBER: Dabei handelt es sich nur um einen halben Schritt. Wie bei der Strommarkt-Liberalisierung soll der Wettbewerb geöffnet werden. Jetzt bleiben aber Langfrist-Lieferverträge und reservierte Kapazitäten. Wie beim Strom braucht es ein offenes System.
Kritiker werfen dem Verbund "Öko-Schwindel" vor, da die Energie als grün ausgewiesen wird, obwohl es thermische Kraftwerke gibt.
ANZENGRUBER: Wir haben 120 Wasser- und zwei thermische Kraftwerke. Wir erzeugen 40 Prozent des heimischen Strombedarfs pro Jahr von 70 Terawattstunden per Wasserkraft. An Privatkunden liefern wir reine, TÜV-zertifizierte Wasserkraft von Laufkraftwerken. Das ist kein Öko-Schwindel.
Wann geht das Gas-DampfKraftwerk in Klagenfurt in Betrieb?
ANZENGRUBER: Wir erwarten uns für die nächsten Monate eine Aussage des Umweltsenats und fordern die Einhaltung der gesetzlichen Fristen dafür. Im zweiten Halbjahr wollen wir den Bau ausschreiben und ab Ende 2011 rund 30 Monate lang errichten. 2014 kann das GDK das alte Öl-Kraftwerk ersetzen.
Features
Zur Person
Wolfgang Anzengruber (55) ist seit 2009 Vorstandschef des Verbunds. Davor war der Wirtschaftsingenieur beim Kran-Hersteller Palfinger.


















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