Bezirks- und Gemeindesuche
Braunbär nascht sich weiter durch das Rosental
Die Imker sind verzweifelt. Der Bär hat bereits mehr als 20 Bienenstöcke geplündert. Die Jägerschaft verspricht eine rasche und unbürokratische Abgeltung der Schäden.

Foto © KLZ/Sobe
Kein Tag ohne Schreckensnachricht für Imker! In der Nacht auf Montag hat jener Braunbär, der aus Slowenien stammen dürfte und seit Tagen durch Kärnten wandert, erneut Bienenstöcke ausgeräumt. Diesmal holte er sich Honig und Bienenbrut aus vier Stöcken von Hermann Hell und Gottfried Feinig auf der Fronwiese bei St. Jakob/Ros. Somit hat der Bär bereits mehr als 20 Bienenstöcke geplündert. Gottfried Feinig - er ist der Bruder von Willi Feinig, der einige Tage zuvor ebenfalls Opfer des naschhaften Meister Petz geworden war - ist verzweifelt: "Zuerst haben wir eine Bienenplage, aufgrund derer unsere Völker eingehen, und nun erledigt der Bär den Rest. Da können wir gleich alles hinschmeißen."
Freydis Burgstaller-Gradenegger, Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft, bringt dem Unmut der Bienenzüchter viel Verständnis entgegen. "Da geht es nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden. Jeder passionierte Imker hängt ein seinen Bienen und an seinen Stöcken", sagt sie. Sie garantiert, dass die Imker für die Schäden, die der Braunbär anrichtet, "rasch, umfangreich und unbürokratisch entschädigt werden sollen. Es gibt auch keine Höchstgrenze bei der finanziellen Abgeltung".
In vier Wochen soll feststehen, ob es sich beim Honigräuber um einen Einzelbären handelt, wie Fachleute annehmen, oder ob doch mehrere Bären für die Plünderungen infrage kommen. An den "Tatorten" wurden Haare gefunden, die jetzt einer DNA-Analyse unterzogen werden.
Wie lange der Bär noch in Kärnten sein Unwesen treiben wird, ist unklar. "Das ist wie Kaffeesudlesen. Wir hoffen aber, dass der Spuk bald vorbei ist", meint Burgstaller-Gradenegger. Franz Juritz, Hegeringleiter in St. Jakob im Rosental, befürchtet, dass "uns der Bär noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird, bevor er wieder das Weite sucht". Dass vom Bären für den Menschen Gefahr ausgeht, glaubt der erfahrene Jäger nicht. Sobald der Bär einen Menschen wittert, macht er sich aus dem Staub.




















