Bezirks- und Gemeindesuche
Enthaftung gibt Rätsel auf
Nach dem Exklusiv-Bericht der Kleinen Zeitung über die Freilassung eines mutmaßlichen Doppelmörders in Paraguay gehen die Wogen hoch.
Foto © PRIVAT/KK Jubelstimmung: Nach fast einem Jahr U-Haft genießt der Kärntner seit Montag wieder seine Freiheit
Warum konnte der Kärntner Sandro H. das Gefängnis in Paraguay als freier Mann verlassen und wurde nicht sofort den österreichischen Behörden übergeben?
Die überraschende Freilassung des per Haftbefehl gesuchten 42-Jährigen am Montag (die Kleine Zeitung hat exklusiv berichtet) gibt Rätsel auf. Die Justizbehörde in Paraguay will derzeit über die Hintergründe nichts sagen.
Die Kärntner Rotlichtgröße saß seit Juli 2010 wegen des Verdachtes des Mordes an einem deutschen Makler-Paar in Paraguay hinter Gitter. Offenbar haben jedoch die angeblichen Beweise der Staatsanwaltschaft nicht einmal für eine Anklageerhebung gereicht. "Die Behörden wollen nächste Woche unsere Botschaft in Argentinien über die Umstände der Freilassung informieren", sagt Peter Launsky-Tieffenthal, Sprecher des Außenministeriums. "Dann wissen wir mehr." Die Kärntner Ermittler wurden am Samstag von der Freilassung des 42-Jährigen völlig überrascht und können sich im Moment auch keinen Reim darauf machen. Erst im Dezember waren drei Kriminalisten nach Paraguay gereist und befragten Sandro H. zum Verschwinden seiner Ex-Freundin Michaela Grabner. Laut Kärntner Polizei steht der Zuhälter im Verdacht, die junge Klagenfurterin 2006 getötet zu haben. Offiziell wird gegen ihn wegen Mordverdachts im Moment jedoch nicht ermittelt.
2007 ist der Zuhälter wegen Planung eines Mordkomplotts zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Im November 2008 hatte er einen Freigang in einem steirischen Gefängnis ausgenutzt und sich in ein Flugzeug nach Paraguay gesetzt. Die Flucht war möglich, weil er seinen Reisepass bei der Hand hatte und sich die Polizei-Fahndung nur auf Österreich bezog.


















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