Bezirks- und Gemeindesuche
Glücksspiel: 3000 Kärntner sind süchtig
Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als 3000 Kärntner gelten als spielsüchtig, 15.000 nennen die Experten "problematisch", weil sie suchtgefährdet sind.

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Die Tendenz ist stark steigend. Herwig Scholz, Leiter der Sonderkrankenanstalt de La Tour und anerkannter Suchtexperte macht die Folgen des Glücksspiels deutlich: "Die durchschnittlichen Schulden eines Spielsüchtigen liegen bei 30.000 Euro, viele Familien geraten in den Abgrund. Kinder von Spielsüchtigen haben deutlich schlechtere Voraussetzungen für ihren weiteren Lebensweg. 15 Prozent der Spielsüchtigen sind suizid-, 40 Prozent alkoholgefährdet."
Sieben Millionen Gewinn
Die Politik verschließt seit Jahren die Augen vor diesem Problem. Immerhin bringen die Spielautomaten allein dem Land Kärnten sieben Millionen Euro an Abgaben. Erst unlängst wurde das Glücksspielgesetz novelliert. Statt die Verlockungen der "kleinen Casinos" überhaupt zu verbieten, hat man allerdings den Höchsteinsatz von 50 Cent auf zehn Euro erhöht. Dass jegliche Einsicht fehlt, hat ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz gestern zugegeben: "Die ÖVP erteilt dem angestrebten Verbot des kleinen Glücksspiels eine klare Absage. Denn ein solches Verbot treibt das Glücksspiel erst recht in die Illegalität."
Anders Gesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ). Er bekämpft seit Jahren das kleine Glücksspiel. Gemeinsam mit Primarius Herwig Scholz hat er jetzt eine Broschüre vorgestellt, die es Betroffenen, ihren Angehörigen und Freunden ermöglichen soll, eine aufkeimende Sucht zu erkennen. Die Broschüre ist in Schulen und in den Suchtberatungsstellen erhältlich.


















