Bezirks- und Gemeindesuche
Hilfswerk zieht aus Banda Aceh ab
Mit Ende des Jahres schließt Hilfswerk Austria das Projekt im Kärnten-Dorf auf Sumatra ab. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fällt die Bilanz positiv aus.

Foto © KLZ/GreinerMit Unterstützung der Osttiroler Spendengemeinschaft wurden zwei Holzwerkstätten eingerichtet
Am 26. Dezember jährte sich der Tag der Tsunami-Katastrophe, die auch die indonesische Insel Sumatra heimsuchte, bereits zum sechsten Mal. Die im Norden der Insel liegende Stadt Banda Aceh wurde durch das Seebeben im Indischen Ozean und den darauf folgenden Tsunami am Stephanitag 2004 erheblich zerstört. Rund 60.000 Menschen kamen ums Leben.
2006 reiste der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nach Banda Aceh, um ein von ihm initiiertes Kärnten-Dorf zu eröffnen. Mehr als 1,2 Millionen Euro hatten Bund, Land und Spender aufgebracht. Ein Dorf für 120 Waisenkinder sollte entstehen. Gebaut hatte man rasch, auf ein Management vor Ort wurde aber vergessen.
2007 deckte die Kleine Zeitung auf, dass das Kärnten-Dorf noch immer nicht besiedelt war. Um zu retten, was noch zu retten war, rief Landesrat Josef Martinz das Hilfswerk Austria auf den Plan, das sich nach einigem Zögern bereit erklärte, den verfahrenen Karren aus dem Sumpf zu ziehen.
Projekt aus - Zukunft sicher
Ende Dezember schließt das Hilfswerk das Projekt jetzt ab. "Gemeinsam mit dem Hilfswerk ist es gelungen, aus der anfänglichen Misere ein sinnvolles Projekt zu machen. Durch Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung ist das Kärnten-Dorf zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Bevölkerung vor Ort geworden", freut sich Martinz.
Hilfswerk-Geschäftsführerin Heidi Burkhart überzeugte sich vor einigen Wochen noch einmal persönlich davon, dass die Zukunft des Kärnten-Dorfes jetzt endgültig gesichert ist. "Der Bupati, also der Landeshauptmann von Aceh, und der lokale Gemeindeverbund werden die laufende Finanzierung sicherstellen. Darüber hinaus ist es gelungen, langfristige Kooperationen zu lokalen NGOs und Schulen aufzubauen", sagt Burkhart.
Im Kärnten-Dorf haben 38 Waisenkinder eine neue Heimat gefunden. Daneben gibt es ein Gesundheitszentrum, in dem zwischen Montag und Samstag drei Krankenschwestern ihren Dienst versehen. Einmal pro Woche kümmert sich zusätzlich ein Arzt um die Patienten. Die Krankenstation steht der gesamten Bevölkerung der Umgebung offen. Als besonders segensreich erwiesen hat sich die Errichtung einer Tischlerwerkstätte, die ein wesentlicher Verdienst der Osttiroler Spendengemeinschaft ist. In mittlerweile bereits zwei Holzwerklehrstätten werden Jugendliche in drei Lehrgängen ausgebildet. "Außerdem arbeitet man mit umliegenden Schulen zusammen, die Kurse für künftige Tischler anbieten", erklärt Burkhart.
Betreuung von Schülern
Eine ursprünglich geplante Zusammenarbeit mit der Universität von Banda Aceh hat sich zwar wieder zerschlagen, dafür werden einige der zwölf Häuser im Kärnten-Dorf als Schülerheime genutzt. "In vielen Schulen gibt es auswärtige Schüler, die im Kärnten-Dorf wohnen können und dort auch betreut werden", sagt Burkhart.
"Es war eine schwierige Geburt, aber die Menschen in Banda Aceh schätzen das Kärnten-Dorf jetzt sehr. Es gehört zum gesellschaftlichen System", ist sich Burkhart sicher, dass das Projekt auch ohne die Unterstützung des Hilfswerkes weiterlaufen wird. Ganz aus der Verantwortung ziehen will man sich aber dennoch nicht. In den kommenden Jahren wird es regelmäßige Monitoring-Besuche des Hilfswerks in Banda Aceh geben.
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Kärnten-Dorf
Nach der Eröffnung im März 2006 stand das Kärnten-Dorf in Banda Aceh auf Sumatra eineinhalb Jahre lang leer. Zuvor waren über eine Million Euro in das Projekt investiert worden - mit Geldern der Landesregierung und privaten Spendern.
Das Hilfswerk übernahm schließlich die Projektbetreuung. In den letzten Jahren entstanden ein Gesundheitszentrum, eine Tischlerwerkstätte und Schülerheime. Zurzeit leben 38 Kinder im Kärnten-Dorf.
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2006 wurde das Kärnten-Dorf eröffnet. Leben zog aber erst viel später ein Foto © KLZ/Greiner


















