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Zuletzt aktualisiert: 20.10.2010 um 07:52 UhrKommentare

Urforelle vom Aussterben bedroht

Für die heimische Forelle wird es durch "fremde" Fische eng. Deshalb rief man im Jahr 2003 ein Projekt zur Bewahrung und Rettung der letzten donaustämmigen Urforelle ins Leben. In den Karawanken wurde nun ein neuer Typ der Urforelle entdeckt.

Die Urforelle ist genetisch reicher als eingesetzte "Fremdfische"

Foto © KK/Naturschutzbund, KugiDie Urforelle ist genetisch reicher als eingesetzte "Fremdfische"

Seit den 70er-Jahren werden immer häufiger die sogenannte atlantischstämmige Bachforelle und die Regenbogenforelle in Kärntner Gewässer eingesetzt. "Das ist eine immense Bedrohung für die Urforelle", wird Klaus Kugi, Obmann des Naturschutzbundes, nicht müde zu warnen. Deshalb rief man im Jahr 2003 ein Projekt zur Bewahrung und Rettung der letzten donaustämmigen Urforelle ins Leben. "Es ist das Ziel des Naturschutzbundes, eine möglichst natürliche Vielfalt autochthoner Arten zu erhalten", betont Kugi.

Donaustämmig heißt die heimische Forelle, weil der Fisch nach der letzten Eiszeit vor 11.000 bis 10.000 Jahren von der Donau bis in die Kärntner Täler wanderte. "Diese Forelle ist genetisch optimal auf die Lebensbedingungen in unseren Breiten abgestimmt", erläutert Kugi. Viel besser als die in riesigen dänischen Anlagen gezüchtete atlantischstämmige Bachforelle. "Unsere Forellen halten Hochwasser und Muren aus und haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt", sagt Kugi. Angesichts der massenhaften Aussetzung "fremder" Arten wird es für die Urforelle trotzdem immer enger.

Neuer Typ der Urforelle

Deshalb freut es Naturschützer, wenn man neue Populationen entdeckt. So wie heuer in einem Wildbach in den Karawanken. Nach Entnahme von Gewebeproben und DNA-Untersuchungen an der Universität Graz stand eindeutig fest: Es handelt sich zu 100 Prozent um eine Unterart der donaustämmigen Urforelle. "Das ist die vierte Unterart", sagt Kugi stolz. Neben dem Karawanken-Typ gibt es eine Urforelle an der Gail und zwei Typen im Bereich der Gurk und der Görtschitz. "Wir arbeiten mit Fischern und Züchtern zusammen", betont Kugi. Er appelliert an alle, dem Preisdruck durch billige Importfische nicht nachzugeben. Die Gurkforelle konnte mittlerweile erfolgreich nachgezüchtet und eingesetzt werden. "Selbstverständlich wieder im Einzugsbereich der Gurk und nicht der Gail. Denn das wäre der gleiche Pfusch wie das Einsetzen fremder Arten", sagt Kugi.

WOLFGANG ZEBEDIN

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