Bezirks- und Gemeindesuche
"Hunde gehören nicht auf die Alm"
Warum werden auf Weiden immer mehr Menschen von Kühen attackiert?
JOSEF OBWEGER: In geschätzten 95 Prozent der Fälle verursachen mitgeführte Hunde Angriffe von Kühen - zumeist von Mutterkühen. Bei ihnen ist der Schutzinstinkt stärker ausgeprägt als bei Milchkühen, die früh von ihren Kälbern getrennt werden. Für die Kuh ist ein Hund, der auf Almen immer öfter mit Wanderern unterwegs ist, ein natürlicher Feind. Sie sieht in ihm einen Wolf. Dabei kommt es auch nicht auf die Größe des Hundes an.
Wie soll man reagieren, wenn eine Kuh auf einen zugaloppiert?
OBWEGER: Das ist wohl die einzige Situation, in der ich empfehle, den Hund von der Leine zu lassen. Die Kühe rennen ihm nach. Da er aber schneller ist, werden sie ihn nicht bekommen. Außerdem sollte man beim Überqueren einer Weide einen Stock dabei haben und ihn in die Höhe halten, falls eine Kuh auf einen zukommt. Diese Geste wehrt das Tier ab.
Wer haftet, wenn es zu einer Kuh-Attacke kommt?
OBWEGER: Für Almbesitzer besteht keine Verpflichtung, einen Weg, der durch eine Kuhweide führt, durch Zäune vom Weidegebiet abzugrenzen. Ich appelliere an die Eigenverantwortlichkeit der Almbenutzer. Denn hält man sich klarersichtlich auf einer Weide auf, ist man für seine Sicherheit verantwortlich.
Was raten Sie Wanderern?
OBWEGER: Am besten sie nehmen keinen Hund bei Almwanderungen mit. Er gehört nicht auf die Alm. Wenn doch, sollten sie einen großen Bogen um Rinder machen und nicht deren Weg kreuzen.


















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