Bezirks- und Gemeindesuche
Austritte aus der Kirche verdoppelt
Die Zahl der Kirchenaustritte ist heuer regelrecht explodiert. In Klagenfurt und Villach verzeichnet man Rekordwerte. In Klagenfurt sind in den ersten acht Monaten bereits 872 Menschen ausgetreten, in Villach haben sich die Austritte verdoppelt.

Foto © Eva Maria Grisse Immer mehr leere Kirchenbänke wird es geben, geht man nach den Zahlen der Kirchenaustritte
Offiziell gibt es keine Zahlen. Die österreichische Bischofskonferenz gibt sich bei der Anzahl der Kirchenaustritte des heurigen Jahres verschwiegen wie beim Beichtgeheimnis. Die ersten Daten aus den Kärntner Magistraten lassen aber auf eine dramatische Steigerung bei den Austritten aus der römisch-katholischen Kirche schließen. Im Passamt in Klagenfurt macht man sich schon auf einen Rekordwert gefasst. "In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind bis heute 872 Menschen aus der Kirche ausgetreten. Die Gesamtzahl von 2009 lag aber nur bei 769 Austritten", sagt Johanna Bräuer vom Magistrat Klagenfurt. Allein im heurigen März verabschiedeten sich 298 Katholiken, als die Skandale um Missbrauch in der Kirche den Höhepunkt der Aufmerksamkeit erlangten. Zum Vergleich: Im März 2009 traten nur 89 Personen aus.
Nicht leichtfertig
In Villach ist die Austrittswelle noch deutlicher sichtbar, die Zahlen haben sich mehr als verdoppelt. 575 Kirchenaustritte sind heuer bis einschließlich Juli im Magistrat verzeichnet worden. Im Vergleichszeitraum von 2009 waren es nur 260 Menschen, die der Kirche den Rücken kehrten. Gerhard Gruber aus dem Standesamt: "Das ist kein leichtfertiges Verlassen, die Leute denken über diesen Schritt lange nach." Manche ändern aber auch wieder ihre Meinung, weiß Franz Lamprecht, der Direktor der Finanzkammer der Diözese Gurk: "Der Trend zu Austritten ist durch Maßnahmen wie die Opferanwaltschaft am Sinken."


















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