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Marienheiligtum am Monte Lussari feiert Jubiläum
Das Marienheiligtum am Monte Lussari bei Tarvis ist am Sonntag 650 Jahre alt. Bischof Alois Schwarz feiert mit den Bischöfen von Laibach und Udine die Messe. Für viele Menschen ist es der "Heilige Berg".

Foto © KKMaria Luschari liegt auf einer energetischen Kraftachse
Er ist ein "Heiliger Berg" für Slowenen, Italiener und Kärntner und ist ein europäischer Wallfahrtsort: der Luschariberg mit der Wallfahrtskirche Maria Luschari am Monte Lussari bei Tarvis. Lorenz Petricig, seit 50 Jahren Pfarrer von St. Egyden, spricht Slowenisch, Deutsch und Italienisch und liest seit 15 Jahren im Sommer vier Mal die Woche die Messe in der berühmten Wallfahrtskirche nahe Saifnitz/Camporosso, wo drei Priester dreimal und am Wochenende sogar viermal am Tag dreisprachigen Messfeiern abhalten. So groß ist der Ansturm der Pilger. Einige tausend werden am Sonntag zur 650-Jahr-Feier der Marienkirche am Schnittpunkt dreier Völker und Kulturen auf 1790 Metern Höhe erwartet. Diözesanbischof Alois Schwarz wird gemeinsam mit Erzbischof Andrea Mazzocato aus Udine und Bischof Anton Stres aus Laibach die Festmesse zelebrieren.
"Die Muttergottes von Luschari ist die Mutter der Völker Europas", erklärt Petricig. Ihre Botschaft laute: "Ihr seid Brüder und Schwestern, bekriegt euch nicht. Kein Volk soll sich über das andere erheben, jeder soll seine Sprache leben, aber auch die Sprache des Nachbarn ehren, ob er zu einer Mehrheit oder Minderheit gehört." Wenn er diesen Völker verbindenden Friedensappell in seinen Predigten anklingen lasse, klatsche oft die ganze Gläubigenschar in der Kirche, freut sich Petricig, der in Monte Lussari vor 52 Jahren seine Primiz gehalten hat. Besonders für die im Krieg vertriebenen Slowenen sei Luschari - auf Slowenisch "Svete Viarje" - das Marienheiligtum par excellence. Am ersten Augustsonntag kommen dort Slowenen aus der ganzen Welt zusammen.
Gnadenbild
Das Marienheiligtum verdankt seine Entstehung der Legende nach einem Saifnitzer Hirten, der auf dem Platz vor der jetzigen Kirche in einem Bergkiefernstrauch ein Reliefbild der Muttergottes gefunden haben soll, um das die Schafe knieten. Der Patriarch von Aquilea ließ am Fundort eine Kapelle bauen, die heute nicht mehr steht.
Während der Weltkriege wurde die Marienstatue mehrmals in Camporosso versteckt und dann wieder in die Kirche zurückgebracht. Das Jahr der Auffindung 1360 lässt sich aus römischen Zahlen ablesen, die in der Inschrift "In hoC LoCo Mater ChrIstI InVenta stetIt" (hier ist die Muttergottes gestanden) durch Großbuchstaben erkenntlich gemacht wurden.
Pfarrer Petricig kann sich noch an die Zeit vor der Seilbahn erinnern, als man einen zweieinhalb- bis dreistündigen Fußmarsch absolvieren musste. Heute wird hauptsächlich per Gondel gepilgert. Was hat sich sonst noch geändert im Lauf der Jahre? "Die Menschen nehmen die Sakramente nicht mehr so ernst, sie gehen kaum noch zur Beichte", stellt Petricig, der in Monte Lussari Beichtvater ist, einen Glaubensverlust fest. "Viele gehen ohne Beichte oder gar nicht mehr zur Kommunion." Auch die Pilger seien "lax" geworden, das Schuldbewusstsein habe sich geändert. Doch die christliche Botschaft von Verständnis, Nächstenliebe und Frieden sei aktuell wie je und ziehe immer noch die Menschen an. Viele Gläubige aus Kärnten kämen oft nach der Messe zu ihm zum Altar, um zu sagen: "Die Messe war sehr schön, so Völker versöhnend europäisch."
Features
Jubiläumsmesse
Wann: 27. Juni, 11.00 Uhr.
Details zu Lussari in: M. Kapeller: "Kraftquellen zwischen Alpen & Adria", Carinthia Verlag.


















