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Opfer des "Lügenbarons" packt aus
Jener Serienbetrüger, der auch gerne Herzanfälle vortäuscht, kann weiter aktiv sein. Er ist nämlich haftunfähig. Ein Opfer ist besonders verärgert. Der Mann hat bereits "halb Kärnten" betrogen.

Foto © AP
Dieser Mensch geht so geschickt vor. Man nimmt ihm einfach alles ab", sagt ein Feldkirchner. Der 49-Jährige ist ein Opfer jenes deutschen mutmaßlichen Serienbetrügers, der schon halb Kärnten hereingelegt hat! Um andere zu warnen, packt der Feldkirchner jetzt aus: Anfang des Jahres absolvierte der 49-Jährige als arbeitsloser Zimmermann beim Arbeitsamt einen Verkaufstrainings-Kurs. Im Zuge der Ausbildung muss auch ein Praktikum gemacht werden. Gemeinsam mit einem anderen Arbeitslosen lernte er den 68-jährigen Betrüger kennen. Dieser gab sich als Architekt und Diplom-Ingenieur aus. "Er erzählte, dass er die Errichtung einer betreuten Seniorenwohnanlage plant und ich im Zuge meines Praktikums bei ihm arbeiten könne, indem ich Angebote einhole."
So geriet der Feldkirchner in die Fänge des dreisten Betrügers: Der gutgläubige Kärntner chauffierte den Deutschen mit seinem Privatauto auf eigene Kosten quer durch Kärnten und sogar ins Ausland. Mehr noch: Er kümmerte sich um Unterkunft für den 68-Jährigen. Als er in den Gasthöfen nicht bezahlte, bemühte er sich um Zahlungsaufschübe und brachte ihn einmal sogar kurzfristig in seinem eigenen Haus unter. Weiters meldete er auf seinen Namen sogar ein Zweithandy für ihn an. Mehrmals besuchte er den Deutschen im Krankenhaus - standesgemäß auf der Sonderklasse. Dort war er wegen angeblicher Herzanfälle und einmal, weil man ihm Drogen in ein Getränk gegeben haben soll.
"Es war alles glaubhaft. Er trat immer als seriöser Geschäftsmann auf, der Geld auf einem Schweizer Konto hat. Er sprach von einer Firmengründung in Österreich und von bereits existierenden Firmen in Italien und Deutschland", sagt der Feldkirchner. "Ich habe auch nie das Gefühl gehabt, dass er mich ausnutzen könnte. Was soll er denn bei einem Arbeitslosen holen?"
Das Lügengespinst zerriss, als die Polizei in Pörtschach dem vorbestraften Deutschen vor Kurzem auf die Schliche kam. Der Mann hatte seit November 2009 unzählige Kärntner betrogen - Hoteliers, Autovermieter, Arbeitslose und Krankenhäuser. Bislang konnte man ihm einen Schaden in Höhe von knapp 30.000 Euro nachweisen - und die Ermittlungen sind noch nicht einmal abgeschlossen.
Eigentlich sollte der mutmaßliche Serien-Kriminelle in U-Haft. Doch der Deutsche ist laut Polizei haftunfähig. Angeblich wegen Herzproblemen. "Unfassbar, so kann er munter weiter Menschen betrügen", sagt der Feldkirchner.


















