Bezirks- und Gemeindesuche
Kindergeschrei als EU-Zukunft
EU-Parlamentarierin Anna Zaborska forderte in Klagenfurt die Entwicklung einer Wirtschaftsordnung, die im Dienst der Familien steht.

Foto © GalvinZaborska (links) mit Maria Theresia Jilly vom Familienverband
Anna Zaborska leitet im EU-Parlament die Arbeitsgruppe Familie. In ihrem Referat im Klagenfurter Landhaus auf Einladung der Kärntner Familienorganisationen kritisierte die slowakische Politikerin gestern die EU heftig: Die Politik zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei Täuschung, denn die Tatsache, dass Arbeitnehmer auch Mütter und Väter seien, werde ausgeklammert. Das Wort "Mutter" gelte mittlerweile als diskriminierendes Stereotyp, das die Chancengleichheit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt beeinträchtige. Der Beitrag von Müttern zum Gemeinwohl in der europäischen Gesellschaft müsse endlich - auch finanziell - anerkannt werden. "Ein Neugeborenes braucht Eltern. Diese Familienarbeit ist produktiv und muss gesellschaftlich anerkannt werden, denn die Gesellschaft profitiert von ihr. Gebt den Familien die Rahmenbedingungen, die sie brauchen!", forderte Zaborska, Mitglied der konservativen EVP, in ihrem Plädoyer. "Reservieren wir Lebenszeit fürs Muttersein und Vatersein!", ermunterte sie.
Zuvor hatte Landeshauptmann Gerhard Dörfler in seiner Begrüßung das Rezept für seine viel diskutierte Brennnesselsuppe verraten: "Nesselblätter, Lustock und Schnittlauch!" Dörfler - der betonte, er sei selbst glücklich verheiratet - sprach sich dagegen aus, Kinder als Einschränkung der persönlichen Freiheit zu erleben: "Sind Golfplatz und Cabrio wichtiger?" Den Medien empfahl der Landeshauptmann, den Auto- und Motorteil durch einen Kinder- und Familienteil zu ersetzen, "dann wird das Image von Familien besser".
Gudrun Kattnig vom Familiennetzwerk überreichte dem Landeshauptmann ein Papier mit Forderungen von Katholischem Familienverband Kärnten, Familiennetzwerk und Familienbund: Familienverträglichkeitsprüfung für alle Gesetze, steuerlicher Familienleistungsausgleich und gleiche Finanzierung der öffentlichen Hand für Eigen- und Fremdbetreuung von Kindern.


















