Bezirks- und Gemeindesuche
Fünf Generationen von Frauen
Familie freut sich zum dritten Mal innerhalb eines Jahrhunderts über Ururoma und Ururenkelin.

Foto © KKHermine Wegger mit Ururenkelin Anna-Lena Haberl, Gisela Schuschnig, Eveline Hofmeister, Marina Haberl (von rechts)
Anna-Lena Haberl kam vor sieben Monaten auf die Welt und machte die achtfache Großmutter und 15-fache Urgroßmutter Hermine Wegger (95) aus St. Ulrich bei Villach zur Ururgroßmutter. Wegger, die mit 42 Jahren Großmutter wurde, ist somit zum dritten Mal in diesem Jahrhundert im Mittelpunkt einer Familie, in der gleichzeitig fünf Generationen Frauen leben.
Jeder dieser Frauen hatte oder war erst Ururenkelin und dann Ururgroßmutter. Hermine Wegger erinnert sich noch gut an ihre Jugend. "Wir waren zufrieden bei Sterz und Milch", erzählt die 1914 Geborene, die von ihrer Großmutter Magdalena Winkler, Tochter der Altbäuerin Maria Bernhard, in St. Ulrich bei Villach aufgezogen wurde. In der zweiten Volksschulklasse schrieb sie einmal das Wort "Zucker" ohne "ck". "Da haute mir Oberlehrer Tillian mit der Faust auf die Nase, dass ich geblutet habe", weiß die rüstige Ururgroßmutter noch heute. Später lernte sie Verkäuferin. Besonders an stockfinsteren Winterabenden begleitete sie große Angst auf dem anderthalbstündigen Heimweg.
1935 heiratete Hermine Frühauf den um 26 Jahre älteren steirischen Gendarmen Matthias Wegger. 1936, als ihre erste Tochter Hermine geboren und somit Ururenkelin von Maria Bernhard wurde, veröffentlichte die Kärntner Zeitung "Das interessante Blatt" ein Foto der fünf Frauengenerationen.
Über eine Kopie verfügen heute noch die Wegger-Töchter Hermine Zauchenberger und Gisela Schuschnig aus St. Ulrich. Beide erinnern sich noch genau an den Holztisch mit Füßen aus Birkenstämmen, an dem die Familie fotografiert wurde. Die religiöse Urgroßmutter Magdalena Winkler habe an diesem Tisch vor der Keusche gerne den Pfarrer zum Kaffee geladen. Wenn der echte Meinl-Kaffee aufgebraucht war, musste ihr Mann in die Stadt radeln, um neuen Kaffee zu kaufen. Mit ihrem Kopftuch deckte die Uroma immer die Krapfen zu, damit sie schön "gehen", erzählt Gisela Schuschnig, damals Urenkelin und heutige Uroma.
"Urli" bleibt "Oma"
Die Fünf-Generationen-Sensation wiederholte sich Anfang der 60er Jahre, als Magdalena Winkler Ururgroßmutter und Hermine Wegger Großmutter von Barbara Zauchenberger wurde. Weggers Tochter Gisela Schuschnig möchte mit ihren 68 Jahren nicht "Urli" genannt werden, sondern lieber "Oma" bleiben. Die Bezeichnung ist einstweilen kein Problem, weil ihre Urenkelin Anna-Lena, Tochter der im Glantal lebenden Marina Haberl (25) und Enkelin von Schuschnig-Tochter Eveline Hofmeister noch nicht reden kann.
Als Eveline 1963 geboren wurde, hatte ihre Mutter noch keine Waschmaschine, erinnert sich die langjährige Gastwirtin des bekannten "Luggale" in Feldkirchen. Tochter Eveline, die in Villach lebt, und seit der Geburt von Anna-Lena nicht nur eine Großmutter hat, sondern selber eine ist, kümmert sich ebenfalls regelmäßig um Hermine Wegger. "Man muss sich Zeit nehmen für die alten Menschen", ist ihre Botschaft. "Man wird reich beschenkt dafür."
Features
Foto

Das erste Foto von fünf Generationen innerhalb einer Familie Foto © KK
Foto

Die zweite Auflage der Fünf-Generationen-Sensation Foto © KK



















