Bezirks- und Gemeindesuche
Wo sind die Kinder geblieben?
Am Samstag ist der Tag der Familie. In Kärnten könnten ihn 161.800 Familien feiern - allerdings mit immer weniger Kindern. Zahlen, Fakten und Probleme.

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In den Kindergärten spielen die Kinder auch 2010 noch ganz klassisch "Mutter, Vater, Kind"- Familie, im wirklichen Leben geht der Trend ungebrochen hin zu verschiedenen, aber immer kinderärmeren Formen des Zusammenlebens.
Ganz neu sind, rechtzeitig zum heutigen Tag der Familie, die aktuellen Daten zum Familienleben in Kärnten. Ihnen zufolge bestehen immer mehr Familien in Kärnten aus kinderlosen Paaren oder Ein-Kind-Familien. Von 161.800 Familien in Kärnten sind 88.800 kinderlos, mehr als die Hälfte aller Paare hat also keine Kinder. Den Grund dafür sieht Peter Ibounig, der Leiter der Statistik Kärnten, einerseits darin, dass Frauen immer später Mütter werden und - zum Teil auch deshalb - weniger Kinder bekommen, als sie sich eigentlich wünschen würden. "Im Schnitt werden Frauen mit 29 Jahren zum ersten Mal Mutter, heiraten, wenn überhaupt, mit 30. Gerade, wenn Bildung und Beruf sie sehr in Anspruch nehmen, wird der Kinderwunsch hinausgeschoben - und dann kann es Probleme bei der Realisierung geben." Tatsache sei, dass sich "die Kärntnerin" im Durchschnitt zwei Kinder wünscht, statistisch gesehen aber nur 1,4 Kinder bekommt. "In Kärnten gab es im ersten Quartal 2010 nur deshalb ein Geburtenplus, weil im Vergleichszeitraum 2009 ein Allzeit-Tiefststand bei den Geburten in Kärnten erreicht wurde", weiß Ibounig. Nur durch konstante Zuwanderung könnten die Bevölkerungszahlen in Kärnten ausgeglichen werden.
Wenn Paare überhaupt Kinder haben, dann haben die meisten von ihnen nur eines: 35.400 Einkindfamilien stehen etwa nur 6600 Familien mit drei oder mehr Kindern gegenüber.
Familien, die mehrere Kinder haben, sind oft so genannte Patchworkfamilien, also zusammenlebende Partner mit Kindern aus Vorbeziehungen. Daniela Obiltschnig vom Familienservice der Stadt Klagenfurt stellt fest: "Der Patchwork-Trend bringt sowohl soziale als auch rechtliche Herausforderungen mit sich." Rechtliches Stichwort: Obsorge. Welche Rechte, welche Pflichten haben leibliche Mutter, leiblicher Vater und eventuelle neue Lebensgefährten?
Soziales Stichwort: Umgang mit Trennung und "neuer Familie". Die Ergebnisse einer neuen Umfrage bei Kinderärzten und Psychotherapeuten attestieren laut Obiltschnig Klagenfurt - und hochgerechnet auch ganz Kärnten - zu wenig Angebote zur kostengünstigen und raschen psychosozialen Betreuung von Familien. Obiltschnig führt aus: "Die Stellen, die Beratung und Psychotherapie für Kinder und Jugendliche anbieten, haben oft lange Wartezeiten und können aus Kostengründen die Eltern oft nicht mit einbeziehen, obwohl es zum Erfolg der Therapie und damit auch zur Prävention von sozialen Problemen sinnvoll und nötig wäre." Nach wie vor leben in Kärnten auch viele Alleinerzieher. Die große Mehrheit sind Mütter (18.300), ihnen stehen 3200 alleinerziehende Väter gegenüber. Sie seien besonders auf verlässliche, flexible Kinderbetreuung angewiesen. Die bestehenden Einrichtungen müssten sich, gerade zur Randzeiten, noch mehr vernetzen. Auch Elternbildung sei wichtig, das Kursangebot soll sich laut Obiltschnig stärker an Migrantenfamilien richten, um Integration zu fördern.


















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