Bezirks- und Gemeindesuche
Ost-Mafia: Strohmänner in Kärnten
Sicherheitsbehörden nach internationalem Schlag gegen georgisches Verbrechersyndikat sensibilisiert. Warten auf Auswertung der Erkenntnisse aus Operation "Java". Neue Hinweise werden überprüft.

Foto © APAS
Du bekommst einen Anruf. Eine Vertrauensperson bittet dich, in einer bestimmten Stadt, vielleicht sogar in einer bestimmten Straße, eine Wohnung für einige Monate anzumieten. Du schließt den Mietvertrag ab, zahlst die Miete auf den Cent genau im Voraus, und deponierst den Schlüssel an einem vereinbarten Ort. Das war's." So beschreibt ein Insider die Dienste von Strohmännern innerhalb einer Mafia-Organisation. Für die "Dienstleistung" bekommt der Strohmann ein "Honorar" überwiesen. "Man weiß nicht, woher und von wem. Auch hat man keinerlei Informationen, wer tatsächlich die Wohnung benützt", schildert der Mann.
"Vor allem im Zusammenhang mit großen Einbruchsserien in Kärnten gab es in den letzten Jahren immer wieder Hinweise, dass Tätergruppierungen aus Osteuropa solche Strohmänner-Wohnungen nutzen", bestätigt Oberstleutnant Herbert Rogl, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes Kärnten. Im Zusammenhang mit der Operation "Java" gegen die Georgier-Mafia (wir berichteten) gäbe es derzeit in Kärnten aber keine Ermittlungen, so Rogl. Sehr wohl werde aber jedem neuen Hinweis penibel genau nachgegangen. Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler unter anderem aus den Auswertungen der Ermittlungsergebnisse bei der Operation "Java". Ob sich daraus Querverbindungen nach Kärnten ableiten werden lassen, bleibt abzuwarten. "Das kann Monate dauern", so ein Fahnder im Bundeskriminalamt in Wien, wo die Fäden für den Österreich-Part zusammenlaufen.
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden leben derzeit legal mit allen notwendigen Papieren in Kärnten "einige Dutzend" Georgier. Unter ihnen sollen sich auch etliche Geschäftsleute befinden, die auch als Investoren vorstellig werden.


















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