Bezirks- und Gemeindesuche
Osttirol: Zwölf Dorf-Chefs sind die Macht los
Absolute Mehrheiten brechen auf. Neue, wie schon "geübte" Bürgermeister wurden am Sonntag vom Wähler "entmachtet" - und das in mehr als einem Drittel der Osttiroler Gemeinden.

Foto © WeichselbraunIn zwölf von 33 Osttiroler Gemeinden versagten die Wähler den Bürgermeistern die absolute Mandatsmehrheit
Konsens suchen, Konsens finden - mit dieser Aufgabe sind in der neu angebrochenen Gemeinderatsperiode ein Dutzend Bürgermeister in ländlichen Gemeinden konfrontiert. Absolute Mehrheiten sind am Wahlsonntag nicht dort gefallen, wo mit scharfem Geschütz aufgefahren wurde. In Sillian, Matrei oder Lienz blieb alle Macht den Bürgermeistern. "Entmachtet" durch zur geringe Ausstattung mit Mandaten oder durch Entzug von Sitzen im Gemeinderat wurden neben neuen Bürgermeister auch bereits eingesessene, politische Oberhäupter.
Start mit Minderheit
Zu den Neuen: Anton Brunner in Abfaltersbach, Andreas Goller in Anras, Ludwig Pedarnig in Schlaiten, Gerald Hauser in St. Jakob und Franz Webhofer in Strassen starten mit der Minderheit in ihr Amt. Brunner sieht in seiner Mandatsminderheit noch kein Problem. "Ich bin im Ort gut integriert" Brunner macht sich aber nichts vor: "Es wird Widerstand im Gemeinderat geben, wenn der Bürgermeister nicht tanzt, wie die starke Opposition pfeift". Hart trifft die Wählerentscheidung Bürgermeister, die an das Regieren mit der Absoluten im Rücken gewohnt waren.
Koppelung keine Garantie
Dazu gehören Bernhard Schneider in Assling, Vitus Monitzer in St. Veit, Dietmar Zant in Leisach, Gotthard Brandstätter in Nikolsdorf und Klaus Unterweger in Kals. Letztgenannter verstand es 2004, gekoppelte Gegenlisten zu "entkoppeln", von dort den Vizebürgermeister zu inthronisieren und daraus für sich die Mehrheit zu konstruieren. Zant sieht die neue Voraussetzung nicht dramatisch. "Ich nehme doch an, dass werden, sonst hätten sie ja nicht kandidieren brauchen. Außerdem gibt eine dritte Liste, mit der ich schon sechs Jahre zusammengearbeitet habe", sagt der Leisacher Bürgermeister. Bereits aus der Vorperiode gewohnt, ohne Absolute im Bürgermeisteramt zu agieren, sind Georg Hofmann in Heinfels und Martin Huber in Oberlienz. Koppelungen von Gegenlisten der Bürgermeister sind kein Garant für scharfe Oppositionspolitik. Bei den bevorstehenden konstituierenden Sitzungen der Gemeinderäte sind deshalb noch Bürgermeister-Mehrheiten möglich.
















-Anzeigen

