Bezirks- und Gemeindesuche
Kärnten deckte Listerien-Fall mit auf
Der Verursacher der Listeriose-Infektionen wurde durch Initiative der Kärntner Gesundheitsbehörde im steirischen Quargel gefunden.

Foto © ProlactalWurde aus den Regalen der Geschäfte entfernt: steirischer Quargel
Am Listeriose-Skandal, der in Deutschland schon sechs Todesopfer gefordert hat, entzündet sich in Kärnten eine politische Auseinandersetzung. FPK-Nationalrats-Abgeordneter Martin Strutz hat gestern dem Kärntner Gesundheits-Landesrat Peter Kaiser (SP) vorgeworfen, an der "Vertuschung des Käse-Skandals beteiligt" zu sein. Kaiser habe, so Strutz, das "Gefahrenpotenzial nicht erkannt".
Das Gegenteil ist der Fall: Der Aufmerksamkeit der Gesundheitsbehörde im Lande ist es zu verdanken, dass die Auslöser der Listeriose-Infektionen dingfest gemacht werden konnten. Wie Elisabeth Oberleitner von der Gesundheitsabteilung der Kleinen Zeitung gegenüber berichtet, seien ihr die ersten Listeriose-Fälle in Kärnten im Oktober vergangenen Jahres gemeldet worden. Daraufhin hat man die Ages (Arbeitsgemeinschaft für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) ersucht, die Ursachen zu erforschen. Oberleitner: "Die Experten haben detektivische Kleinarbeit geleistet." Durch den Vergleich der Einkaufszettel der Erkrankten ist es gelungen, den steirischen Quargel als Verursacher der Infektionen festzumachen.
Daraufhin wurden Organe der Lebensmittelaufsicht losgeschickt, um den inkriminierten steirischen Quargel aus den Regalen der Lebensmittelmärkte zu entfernen. Aufgrund dieser rigorosen Maßnahmen, ist es heuer in Kärnten zu keinen Infektionen mehr gekommen. Im Vorjahr sind insgesamt vier Fälle bekannt geworden.
Von denen wurde die Öffentlichkeit bewusst nicht informiert. Oberleitner: "Wir wollten in der Bevölkerung keine Panik erzeugen." Es gäbe auch Meningokokken- und Tuberkulose-Fälle, über die Stillschweigen bewahrt wird, um in der Bevölkerung keine unnötige Besorgnis auszulösen.
Infektionen durch Listeria-Bakterien verlaufen bei gesunden Menschen harmlose, werden von diesen meist gar nicht bemerkt. Für chronisch Kranke hingegen können sie gefährlich werden und beispielsweise Hirnhautentzündung auslösen. Die vier Kärntner Patienten, die im Vorjahr erkrankt waren, sind jedoch längst wieder gesund. In Kärnten werden jährlich rund 500 Lebensmittelproben auf Listerien untersucht.


















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