Bezirks- und Gemeindesuche
Jüngere Ortsnamen, weniger Änderungen
Fragen an Sprachwissenschafter Heinz-Dieter Pohl
Wie entstanden Siedlungsnamen in Kärnten und Osttirol?
Heinz-Dieter Pohl: Eine kleine Anzahl ist römischer oder vorrömischer Herkunft, die meisten slawischer oder deutscher. Viele wurden später eingedeutscht. Und je jünger die Namen sind, desto weniger wurden sie verändert.
Worauf ist die Endung "ach" in Ortsnamen zurückzuführen?
Heinz-Dieter Pohl: Es gibt drei Arten von "ach": Das slowenische, das etwa in Göriach steckt und "bei denen die auf dem Berg wohnen" bedeutet, das deutsche wie in Haslach, also "beim Haselstrauch", und jenes von der Ache, einem Bach oder Fluss.
Warum heißen Orte nach Alltagsgegenständen oder Bäumen?
Heinz-Dieter Pohl: Während sich der Wortschatz ändert, bleiben viele Namen gleich. Es gibt viele Orte namens Hart, was nichts mit hart zu tun hat, sondern einen Sumpfwald bezeichnet, auch wenn dieser gerodet wurde. Somit wird der Name zum Zeugen für einen früheren Zustand. Zugleich leben alte nichtdeutsche Worte in Namen weiter, wie etwa in Dellach, von denen es auch in Oberkärnten mehrere gibt. Der Name stammt vom slowenischen dol, also Tal.
Woher stammt der Lavanttaler Name Matschenbloch?
Heinz-Dieter Pohl: Das ist nicht eindeutig geklärt. Das Wort Mal für Berg dürfte drinstecken und eventuell ein altes Wort für Grenzstein. Auch in der Steiermark und in Friaul gibt es mehrere Siedlungen, die auf denselben Wortstamm (malo cep-) zurückzuführen sein dürften, auf den auch Maltschach und slowenisch Mal cape/Zapfendorf beruhen. Auf jeden Fall handelt es sich um eine sehr alte Bezeichnung.


















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