Bezirks- und Gemeindesuche
"Die Natur wird jetzt gepökelt"
In einem normalen Winter wie dem heurigen werden 16.000 Tonnen Salz auf den Kärntner Straßen verstreut: für die Sicherheit des Verkehrs.

Foto © APA/Pleul (Symbolbild)Täglich sind 45 Streufahrzeuge unterwegs
16.000 Tonnen Streusalz werden in einem "normalen" Winter wie dem heurigen auf den Kärntner Straßen verstreut, um den Autolenkern sichere Fahr-Verhältnisse zu bieten. Dafür müssen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien früh aufstehen. Denn die Streufahrzeuge sind ab 3 Uhr morgens unterwegs. 45 Lkw betreuen 1700 Kilometer des hochrangigen Straßennetzes. Die Fahrer sind Routiniers und meist seit Jahren im Streueinsatz tätig.
Dem Vorwurf, auf den heimischen Straßen werde viel zu viel Salz gestreut, tritt Volker Bidmon, Chef der Straßenbauabteilung der Landesregierung, entschieden entgegen. Gestreut werde nur da, wo es notwendig ist. Die Entscheidung treffe der jeweilige Fahrer: "Der kennt seine Strecke und weiß, wo sich Glatteis bildet: Auf Brücken und in Waldabschnitten." Wenn das Thermometer unter minus acht Grad absinkt, wird Sole auf die Straßen gespritzt, ein flüssiges Taumittel, das wirksamer ist als das trockene Salz. Einige Tourismusorte lehnen die Salzstreuung ab, um die winterliche Optik zu erhalten. Dort wird Split gestreut, um die Befahrbarkeit der Straßen zu gewährleisten.
"Gepökelt"
Die Splitstreuung wird auch in Klagenfurt angewandt und zwar auf den Steigungsstrecken im Stadtgebiet, das sind insgesamt 100 Kilometer Wegstrecke. Michel Pirker, der Einsatzleiter des Winterdienstes, nennt beeindruckende Zahlen: 177 Kilometer des Klagenfurter Straßennetzes werden "schwarz" geräumt, also so, dass die Asphaltdecke sichtbar bleibt. Naturschützer haben wenig Freude mit der Salzstreuung und klagen darüber, dass die Natur im Winter "regelrecht eingepökelt" werde (Deutscher Naturschutzbund). Deshalb wurde in deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und München die private Verwendung von Streusalz schon verboten. Das Land Tirol ist jetzt dazu verurteilt worden, einem Hausbesitzer die erlittenen Schäden abzugelten. Der Bewohner der Gemeinde Gerlos hatte geklagt, weil durch die Salzstreuung Schäden an seinem Haus aufgetreten sind. Sein Anwalt spricht von einem Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen.



















