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Zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 um 05:02 UhrKommentare

Antrag auf Verbot des Kleinen Glücksspiels hat keine Chance

Die SPÖ hat im Kärntner Landtag einen Antrag auf Verbot des Kleinen Glücksspiels eingebracht. Er hat jedoch keine Chance auf Realisierung, weil sich FPK und ÖVP gegen ein generelles Verbot sträuben.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Wie die sprichwörtlichen Schwammerln sprießen in den Kärntner Städten die Spielsalons aus dem Boden, die das so genannte "Kleine Glücksspiel" anbieten. Ist auch kein Wunder. Denn Betreiber von privaten Spielsalons brauchen keine besondere Befähigung. Einen solchen "Salon" braucht man nur bei der Behörde anzumelden und schon rollt der Rubel. Wie sehr das Gewerbe blüht, erkennt man allein an der Tatsache, dass es im Amt der Kärntner Landesregierung eine eigene Unterabteilung für das Kleine Glücksspiel gibt, in der vier Mitarbeiter tätig sind.

Das Land weiß schon, warum es die einschlägigen Unternehmer derart hofiert. Denn die "Salons" und die Aufsteller der einarmigen Banditen liefern jährlich 7,2 Millionen Euro an Steuern ab. Auf Kosten der Spieler, von denen immer mehr süchtig werden. Kärnten ist eines von vier Bundesländern, in denen das "Kleine Glücksspiel" erlaubt ist. 870 Spielautomaten sind derzeit registriert. 1.200 Spielsüchtige sind aktenkundig. Experten schätzen die Dunkelziffer auf das Zehnfache. Durch die gewaltigen Verluste an den Automaten geraten die Spieler auf die schiefe Bahn, werden kriminell um sich den Einsatz für das Spiel zu beschaffen. Die Folge: Familien werden zerrüttet, Spieler versinken in der Alkoholkrankheit, Schuldenberge wachsen an, mit einem Wort: Existenzen werden zerstört.

Glücksspiel ist Ländersache

Vor diesem Hintergrund mutet es äußerst merkwürdig an, wie die Politik mit dem Thema umgeht: Derzeit ist das Kleine Glückspiel Ländersache. Doch es gibt eine Gesetzes-Initiative mit dem Ziel, die "einarmigen Banditen" in allen Bundesländern zu erlauben. Angesichts solcher Initiativen kann Kärntens Gesundheits-Landesrat Peter Kaiser (SP) nur ungläubig den Kopf schütteln. Denn er plädiert schon seit Jahren für ein Verbot des "Kleinen Glücksspiels" (siehe nebenstehendes Interview). Sein Argument: "Die Unheil bringenden Automaten lassen nur die Kassen durch das Geld Spielsucht-kranker Menschen klingeln. Verlierer sind immer die Spieler und ihre Familien."

Ein Antrag auf Verbot der "einarmigen Banditen" liegt längst im Landtag. Aussicht auf Verwirklichung hat er allerdings nicht. Denn weder FPK noch ÖVP wollen sich der Argumentation Kaisers anschließen. Die Argumentation: Möglichkeit zum Spielen gäbe es überall, im Internet und am Handy. Und wenn man das "Kleine Glücksspiel" verbiete, würden die Spieler eben in die Illegalität ausweichen. Solange die Gewinnspiele legal sind, könne man sie zumindest kontrollieren. Die Spieler-Schicksale sind Blau und Schwarz offensichtlich egal.

ROBERT BENEDIKT

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