Bezirks- und Gemeindesuche
Detektive fotografieren illegale Schnäppchen
Im Kampf gegen Zigarettenschmuggler und den dadurch drohenden Ruin setzen Kärntens Trafikanten auf "Privatschnüffler" und Drohungen.

Foto © Reuters
ärntens Trafikanten haben zu einem umstrittenen Mittel gegriffen, um sich gegen die Verluste durch Zigarettenschmuggel aus Slowenien zu wehren. Sie haben Privatdetektive beauftragt, heimlich Kunden aus Kärnten beim Einkaufen im grenznahen Shop zu beobachten. Kaufen die Betreffenden mehr als die erlaubte Menge - eine Stange, also 200 Stück pro "rauchfähiger" Person - flattert ihnen das Schreiben einer Rechtsanwaltskanzlei ins Haus. Darin werden sie aufgefordert, 350 Euro "Aufwandsentschädigung" zu zahlen - zudem können sie angezeigt werden.
Keine "Stasi-Methoden"
"In der ersten Welle sind 170 Personen aufgefallen", sagt Nikolaus Gstättner von der Wirtschaftskammer. "Wer zwei Stangen Zigaretten statt einer kauft, ist nicht unser Kern-Klientel. Im Regelfall wird nur angeschrieben, wer mehrere Stangen hat."
Gstättner wehrt sich gegen Vorwürfe, das seien "Stasi-Methoden": "Es geht nicht um Überwachung, das ist immer ein heikles Thema, sondern um das Einhalten von Regeln." So entgingen nicht nur den Trafikanten Einnahmen in Millionenhöhe. Auch der Staat müsse auf hunderte Millionen Euro verzichten. "Da der Staat das Geld aber braucht, holt er es sich von allen Bürgern - den Schmugglern, den im Inland kaufenden Rauchern und sogar von den Nichtrauchern." Fazit: "Deshalb ist Schmuggeln unfair."
Einige "Opfer" zahlen und bleiben ungeschoren, andere nicht. Ihre Fälle landen vor Gericht. Trafikanten-Anwalt Alexander Todor-Kostic über die 350 Euro: "Detektiv und Anwalt verursachen Kosten, die der überführte Rechtsbrecher zu zahlen hat."
Ein Ziel haben die Trafikanten übrigens schon erreicht: dass sich keiner mehr sicher fühlen kann!


















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