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"Ungeteilt für Gott und Menschen leben"
Stefan Kopp (24) ist Diakon, Priesteranwärter und Podiumsdiskutant.
Warum sind Sie Diakon, warum wollen Sie Priester werden?
STEFAN KOPP: Ich war zehn Jahre Ministrant, habe Gottes Ruf im Gymnasium gespürt und beschloss nach der Matura, ins Priesterseminar zu gehen.
Sie sind 24, fällt es Ihnen nicht schwer, auf etwas zu verzichten, was für andere junge Menschen sehr wichtig ist?
KOPP: Die öffentlich oft hinterfragte Ehelosigkeit findet bei Schülern der HTL, wo ich seit drei Jahren tätig bin, große Akzeptanz. Der Zölibat ist für mich das Zeichen, ungeteilt für Gott und die Menschen zu leben.
Wo liegen die Stärken des katholischen Priesteramtes?
KOPP: In der katholischen Kirche findet man eine weltweite Zugehörigkeit. Und die Menschen wissen, dass sie dem Priester vertrauen können.
Und die Schwächen?
KOPP: Mit dem Papst denke ich, dass wir in einer religionsfreundlichen, aber eher gottlosen Zeit leben. Manche haben Probleme mit der institutionalisierten Kirche und komponieren ihren eigenen Glauben.
Welche Probleme sehen Sie?
KOPP: Die Krise der Ehe und des Zölibats. In beiden Lebensformen geht es um Treue und klare Entscheidungen, das fällt der modernen Gesellschaft schwer. Für Priester ist es wahnsinnig wichtig, die Menschen in wichtigen Lebenssituationen zu begleiten und mit zu leiden. Dann wird man als Priester greifbar sein und zeichnet vielleicht ein positiveres Bild von der Kirche.
Podiumsdiskussion. "Priester - Gegenwart und Krise einer kirchlichen Lebensgestaltung". Mit Stefan Kopp, Olaf Colerus-Geldern, Markus Mairitsch, Heinrich Ferenczy und anderen: Heute, 19 Uhr; Klagenfurt, Pfarrsaal St. Egid.
















