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Neue Heimat in Kärnten gefunden
Im zweiten Teil unserer Serie porträtieren wir drei Menschen aus anderen Ländern, die in Kärnten leben und in ihren Berufen durch außergewöhnliche Leistungen auffallen.

Foto © PhinoAvlon Peretta und Matthew McCreadie aus Südafrika lehren Englisch mit Spaßfaktor
Heimat - ein schwieriger Begriff für viele Menschen. Oft polarisiert er - wird verkitscht einerseits und verteufelt andererseits. Aber was ist Heimat? Diese Frage beantworten die meisten der hier Porträtierten mit einem gewissen Zögern. Und die Antworten fallen entsprechend unterschiedlich aus. Häufig heißt es: der Ort, an dem man geboren wurde. Auch: der Ort, an dem man gerade lebt. Oder: kein Ort, sondern die Menschen, die einen geprägt haben, die man liebt.
Aber Heimat kann auch eine Tätigkeit sein, in der man aufgeht. Ein Beruf, den man als so zu seiner Persönlichkeit gehörig betrachtet, dass man sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann.
Südafrikanisches "Just English" für Kinder
"Ich bin im Dezember 1998 zu meinem damaligen Mann nach Kärnten gezogen", erinnert sich die Kinderpsychologin Avlon Peretta. "Ein paar Tage später lag weißes Zeug auf dem Boden. Schnee! Ich bin raus in den Garten und hab damit gespielt wie ein Kind!" Sie begann, bis zu sechs Stunden am Tag Deutsch zu büffeln: "Weil ich sehr schnell merkte, dass ich nur Freunde finden würde, wenn ich Kärntnerisch beherrschte." Mehr zufällig begann sie, in Kindergärten "Native Speaker" Englischstunden zu geben.
Mittlerweile bringen sie und ihr Landsmann Matthew McCreadie an 30 Kindergärten und Schulen Kindern Englisch mit Fun-Faktor bei. Das nächste Projekt der beiden Afrikaner: Eine eigene Kinderbuchreihe mit einer lustigen Bananenfamilie - vier Bücher liegen verlagsfertig vor, zehn sollen es werden. Peretta: "Durch unsere Arbeit mit kleinen Kindern merken wir sehr genau, welche Themen die Kinder beschäftigen." Nach Südafrika zurückziehen? "No way, Kärnten ist jetzt die Heimat von meiner Tochter und mir!"
Berühmt daheim, der Liebe wegen in Villach
"Mit zwölf beschloss ich, das Klavierspielen zu meinem Beruf zu machen", erzählt Ales Berisa, Keyboarder der in Slowenien berühmten Band "Tabu", die gerade ein neues Album herausgebracht hat und auf eine weitere Goldene Schallplatte hofft. Zu "Tabu" pendelt er in seine alte Heimat. In Villach lebt er unerkannt mit seiner Freundin und unterrichtet am "Modern Music College". Der Weg von Slowenien nach Kärnten führte für Berisa nicht über den Loibl, sondern über Mallorca.
Ausgerechnet mit einer Jazzversion von "Stille Nacht" erzürnte er seinen Professor in Marburg einst so sehr, dass er sein Studium abbrach und drei Jahre lang in Mallorca für Touristen spielte. Dort fiel er Mitgliedern des "Nockalm Quintetts" auf, die ihn kurzerhand nach Kärnten holten.
Features
Foto

Musiker Ales Berisa ist Grenzgänger aus Überzeugung - in der Musik und privat.Foto © kk


















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