Bezirks- und Gemeindesuche
Pflanzendünger als Droge
Die Suchtgiftfahnder schlagen Alarm: "Mephedron", ein Pflanzendünger aus dem asiatischen Raum, wird von Jugendlichen als Droge konsumiert. In Österreich ist das Pulver nicht verboten.

Foto © WeichselbraunDrogenkonsum kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen
Die Jugendlichen spielen russisches Roulette, wenn sie dieses Aufputschmittel einnehmen", sagt ein Drogenfahnder. "Zersetzte Schleimhäute, ein Harn so dick wie Honig, Nierenversagen - das sind die Folgen." Offiziell ist der Konsum von Mephedron, das in Labors in Thailand, China und Indien hergestellt wird, in Österreich nicht strafbar. Man warte noch auf ein Gutachten, das das Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, sagt Gerhard Stadler vom Büro für Suchtgiftkriminalität im Bundeskriminalamt. "Wir wollen uns mit den anderen EU-Staaten absprechen."
Verbot
Doch während die Experten prüfen, greifen immer mehr Jugendliche zur künstlichen Droge, die bisher noch nicht unter das Suchtmittelgesetz fällt. Sie nehmen das weiße Pulver ein oder sie schnupfen es. "Es gibt kaum noch eine Diskothek, in der kein Mephedron angeboten wird", schlagen steirische Drogenfahnder Alarm. Mephedron sei genauso einfach zu bestellen wie Pizza, heißt es. Oft wissen die Konsumenten gar nicht, was sie kaufen. Denn: "Das Pulver ist verbotenen Substanzen sehr ähnlich", so Chefinspektor Georg Tkaletz, vom LKA in Graz. Das Aufputschmittel wird auch bewußt als Ersatz für Designerdrogen wie Kokain konsumiert. Tkaletz: "Wir sind für ein Mephedron-Verbot."
Lukrativ
In Kärnten ist bisher noch kein Mephedron-Fall bekannt. Chefinspektor Werner Pissnigg, Leiter der Suchtgiftgruppe im Landeskriminalamt bestätigt allerdings die Gefährlichkeit der Droge: "Wir sind sensibilisiert." Für die Dealer ist der Handel mit Mephedron ein lukratives Geschäft. Sie kaufen das Gramm um drei bis zehn Euro in Asien ein und verkaufen es in Österreich um durchschnittlich 25 Euro weiter. Erst kürzlich wurde bei einem Wiener Händler ein Kilo Mephedron sichergestellt. Die Polizei musste ihm den Stoff zurückgeben. Er gab zu, in drei Monaten 250.000 Euro verdient zu haben.


















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