Bezirks- und Gemeindesuche
Junge Kärntner taugen nicht
Kärntner Stellungspflichtige zeigen bei der Musterung immer öfter gesundheitliche Schwächen. Der Bewegungsmangel macht die Jugendlichen immer dicker.

Foto © kk/Bundesheer
Die Einen freuen sich darauf, die anderen hätten es lieber schon hinter sich. Wie auch immer, zur Musterung muss jeder junge Kärntner im Alter von 17 Jahren aufsalutieren. 3658 Burschen hatten 2009 im Stellungsgebäude in der Klagenfurter Windischkaserne ihre körperliche und geistige Fitness unter Beweis zu stellen. Und daran gibt es einiges zu bemängeln.
Die gute Nachricht zuerst: Von allen Stellungspflichtigen dieses Jahres sind 80 Prozent tauglich für den Präsenzdienst. Das ist eine Verbesserung zum Vorjahr, als nur 77 Prozent den Kriterien entsprachen. Damit liegt Kärnten aber unter dem österreichweiten Schnitt, bei dem 85 Prozent tauglich sind, davon 20 Prozent ohne Diagnose (siehe Grafik).
Was stimmt nicht mit den Jungkärntnern?
Helmut Sadnikar vom Militärkommando Kärnten teilt die Gründe in 75 Prozent medizinische und 25 Prozent psychische Leiden auf. "Verletzungen des Bewegungsapparates, Herzschwächen, Allergien - das sind die häufigsten Ausschlusskriterien für die Tauglichkeit", sagt Sadnikar, der die vielen gesundheitlichen Defizite auf den Bewegungsmangel der Jugendlichen zurückführt. Außerdem werden die Burschen immer dicker: Das Durchschnittsgewicht stieg in den letzten zehn Jahren von 71,5 auf 74,4 Kilo. Bei den psychologischen Schwächen stellen die Ärzte hauptsächlich traumatische Erlebnisse, asoziales Verhalten und Depressionen fest. "Trotzdem ist auf die Kärntner noch Verlass, der Anteil unserer Soldaten in den Kadern ist nach wie vor top. Auch bei Auslandseinsätzen sind die Kärntner ganz vorne dabei."
Das ist in Zeiten von sinkenden Geburtsjahrgängen keine Selbstverständlichkeit mehr. "Jeder Untaugliche tut nicht nur uns, sondern auch den Zivildienstorganisationen weh. Trotzdem werden wir die Aufnahmestandards nicht lockern." Weil das Bundesheer jedes Jahr weniger Präsenzdiener zur Verfügung hat, muss es bei Serviceleistungen wie Cafeterien oder Soldatenheimen zurückschrauben. Das bedeutet mehr Arbeit für den Berufskader. "Die fetten Jahre sind vorbei", seufzt Sadnikar.






















