Bezirks- und Gemeindesuche
Der Wolf kehrt zurück
In Kärnten wurden heuer zwei Wölfe nachgewiesen. Dank DNA-Tests kennen Forscher auch die ursprüngliche Heimat dieser Tiere.

Foto © APFür Menschen stellen Wölfe keine Bedrohung dar
Der Wolf war bereits ausgestorben, aber seit einigen Jahren werden einzelne Exemplare in Kärnten wieder nachgewiesen - zuletzt heuer in den Gurktaler Alpen und in den Nockbergen, wo DNA-Tests von Losung oder Haaren den Beweis erbrachten, dass hier tatsächlich zwei Wölfe durch die Wälder gestreift sind.
Der Wildtierökologe Thomas Huber, die bei der Jahrestagung der Fachgruppe Zoologie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten gestern auf Schloss Mageregg bei Klagenfurt über den Wolf referierte, weiß Spannendes zu erzählen. Die DNA sichert nämlich nicht nur die Spezies, sie kann auch darüber Aufschluss geben, woher die Tiere zugewandert sind. "Durch Schutzbestrebungen in Herkunftsländern wie Italien, Slowenien oder der Slowakei gibt es dort mehr Wölfe. Ein Rudel umfasst je nach Nahrungsgrundlage drei bis elf Tiere. Wird es größer, wandern männliche Jungtiere ab." In der DNA dieser Wölfe ist nun festgelegt, wo ihre ursprüngliche Heimat war. Und so kann man davon ausgehen, dass der in den Gurktaler Alpen gesichtete Wolf in Slowenien oder Kroatien geboren wurde und jener, der in den Nockbergen auftauchte, italienische Vorfahren hat.
Enorme Strecken
Dass Wölfe enorme Strecken zurücklegen, erstaunt den Menschen, ist jedoch nichts Besonderes. Huber weiß von einem Wolf, der mit einem Sender versehen war und innerhalb eines halben Jahres vom deutsch-polnischen Grenzgebiet bis Weißrussland gelangte - eine Strecke, die 800 Kilometer Luftlinie umfasst. "Folgt dem abgewanderten Männchen ein Weibchen, bildet sich eine Population. In der Schweiz können wird das bereits beobachten", sagt Huber.
Unbestritten ist, dass Wölfe, die nach Kärnten kommen, auf eine Kulturlandschaft treffen - und das kann Konflikte mit Menschen erzeugen. Zwar ernährt sich das scheue Tier in erster Linie von Schalenwild, ausgeschlossen ist aber nicht, dass er auf einer Weide auch einmal ein Schaf reißt. Für den Menschen stellt der Wolf aber keine Bedrohung dar.






















