Bezirks- und Gemeindesuche
Helmpflicht auf der Piste
Zahl der Kopfverletzungen bei Schiunfällen steigt. Ab 1. Dezember gilt in Kärnten Schihelmpflicht für Kinder.

Foto © APAIn Kärnten dürfen Kinder ab Dezember noch noch mit Helm auf die Piste
Sie sind nicht nur trendig, sondern können vor allem Leben retten. Aus diesem Grund dürfen Kinder bis zur Vollendung des 15 Lebensjahres ab 1. Dezember in Kärnten nur noch mit Schihelm ausgerüstet auf die Piste. Hauptgrund für die Einführung dieser Schihelmpflicht ist, so Landeshauptmann Gerhard Dörfler, die dramatisch steigende Anzahl von Schiunfällen in den vergangenen Jahren. In der Schisaison 2008/2009 gab es alleine in Kärnten 5618 Schi- und Snowboardunfälle, die für die Betroffenen mit einem Spitalsaufenthalt geendet haben. "Das waren um 700 mehr, als in der Saison davor", sagt Dörfler. Und 995 der Verunglückten seien unter 14 Jahre alt gewesen.
"Österreichweit wird für die kommende Wintersaison mit nicht weniger als 58.200 Schi- und Snowboardunfällen gerechnet", sagt Markus Hudobnik, Schisicherheitsbeauftragter des Landes Kärnten. Er ist die ganze Saison über in den Kärntner Schulen unterwegs, um Bewusstseinsbildung zu betreiben. "Man kann hier nie genug Aufklärungsarbeit leisten. Und der Helm gehört zum Schifahren, wie der Gurt zum Autofahren", sagt Hudobnik.
Helmgesetz
Die Schihelmpflicht beim Schifahren und Snowboarden ist aber auch nicht ganz unumstritten. Die Bundesländer Tirol und Vorarlberg werden hier beispielsweise nicht mitziehen. Und auch das Kuratorium für Alpine Sicherheit und der Österreichische Schiverband empfehlen zwar das Tragen eines Helmes, sehen es aber "als eine Verantwortung der Eltern, die Kinder bestmöglich zu schützen". Bei Kindern und Jugendlichen würde das Tragen eines Helmes ohnehin hoch im Kurs stehen. Man sehe daher keine Veranlassung für ein Helmgesetz. Im Gegenteil, ein solches könne den Trend zum "coolen Kopfschutz" negativ beeinflussen. Hier bestehe, sagen wiederum andere Experten, wohl die Angst, dass Urlauber nicht mehr zum Schifahren nach Österreich kommen, wenn sie für die Kinder extra einen Helm kaufen müssen.
Sportmediziner empfehlen in jedem Fall das Tragen eines Helmes. Mehr als zehn Prozent der Verletzungen auf der Piste seien Kopfverletzungen, zum Teil mit tödlichem Ausgang oder schweren Folgen wie Invalidität.






















