Bezirks- und Gemeindesuche
Falsche Rotkreuz-E-Mails kursieren wieder
Zurzeit sind wieder E-Mails im Umlauf, in denen das Rote Kreuz angeblich zur Einspeicherung von im Notfall zu kontaktierenden Personen im Handy aufruft. Das stimme nicht, stellt das Rote Kreuz klar.

Foto © Kleine Zeitung/Erwin ScheriauIn den E-Mails wird zur Einspeicherung von "IN"-Nummern im Handy aufgerufen
"Ein wichtiger Hinweis, herausgegeben vom Roten Kreuz und den Rettungsorganisationen": Vielleicht ist in Ihrem Posteingang auch schon so ein E-Mail eingegangen, in dem das Rote Kreuz angeblich appelliert, auf dem Handy die im Notfall zu kontaktierenden Personen einzuspeichern - und zwar unter dem Kürzel IN (Im Notfall) bzw. ICE (In Case of Emergency).
Auf Anfrage der Kleinen Zeitung DIGITAL stellt Melanie Reiter, Pressesprecherin des Roten Kreuzes Kärnten, aber klar: "Derzeit ,grassieren' solche E-Mails wieder, der Inhalt stimmt allerdings nicht." Das Rote Kreuz stehe nicht hinter dieser Aktion. "Unsere Aufgabe ist es, den Verletzten so schnell wie möglich zu versorgen. Mit der Kontaktierung von Angehörigen hat das Rote Kreuz nichts zu tun", erklärt Reiter. Welcher Absender hinter den offensichtlich "falschen" E-Mails steht, sei nicht bekannt. "Das Rote Kreuz jedenfalls nicht", stellt Reiter klar.
Seitens des Rettungsdienstes werden keine Angehörigen verständigt. Ob IN bzw. ICE im Mobiltelefon gespeichert sind, ist daher für die Versorgung des/der Verletzten nicht von Bedeutung. Die Information, wer im Notfall zu verständigen ist, sei allein für Polizei und Krankenhaus wichtig. Deren Aufgabe sei es, die Angehörigen von Erkrankten oder Verletzten zu informieren, so Reiter. In den vergangenen Monaten zirkulieren auch in Österreich in diversen Internet-Foren und Mailings Anleitungen zum Anlegen von "Im Notfall anrufen"-Nummern. Das Rote Kreuz bewerbe diese Aktion allerdings definitiv nicht offensiv - so auch nicht mit E-Mails. "Wir sind aber auch nicht gegen diese IN-Nummern. Das ist sicher kein Fehler und hilfreich", so Reiter.
IN oder ICE?
Das Kürzel "ICE" werde übrigens aus mehreren Gründen in Österreich nicht unterstützt, heißt es in einer Presseerklärung des Roten Kreuzes: So sei "ICE" sei in Großbrittanien mittlerweile mit einem kostenpflichtigen Service assoziert (registrierte Trademark), die Initiative sollte jedoch frei von finanziellen Interessen bleiben. Und im deutschen Sprachraum sei "ICE" anders besetzt, nämlich mit dem InterCity Express. Im Ausland hingegen mache ein ICE-Kürzel vermutlich Sinn. Aus heutiger Sicht geht das Rote Kreuz aber davon aus, dass es - so wie in Deutschland und Österreich - zu länderspezifischen Unterschieden kommen werde. Zu empfehlen sei eine Einspeicherung vor allem Kindern und Jugendlichen, Besuchern von Großveranstaltungen, Reisenden ins Ausland bzw. aus dem Ausland, Alleinstehenden, älteren Menschen sowie chronisch Kranken.
Features
Was bedeuten ICE und IN?
ICE steht für In Case of Emergency, übersetzt "im Notfall", IN. Die Idee, auf seinem Mobiltelefon Notfallnummern zu speichern, kommt aus Großbritannien, nach den Attentaten in London im Juli 2005.
IN bzw. ICE zielt darauf ab, Angehörige leichter zu finden, die von Polizei und Krankenhaus über den Notfall informiert werden sollen.



















